Einheitliches Online-Bezahlsystem nicht sinnvoll

4. Februar 2003, 15:42
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MediaWerkstatt mit E-Commerce-Vergleichsstudie - Klassische Systeme noch immer dominierend

Zurzeit hat sich im E-Commerce noch kein einheitliches Bezahlsystem durchgesetzt. Die Festlegung auf ein solches System sei auch nicht sinnvoll, erklärt Walter Schrotta, Geschäftsführer von MediaWerkstatt Consulting, im Gespräch mit pressetext.austria. Welches Bezahlsystem für einen Online-Händler attraktiv ist, hänge sehr vom Angebot bzw. der jeweiligen Dienstleistung ab. Die Vorarlberger Unternehmensberatung hat daher für den Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) eine Vergleichsstudie zu "Paid Content"-Bezahlsystemen gemacht, die einen Überblick über die zahlreichen vorhandenen Lösungen geben soll. Mehr als 50 Systeme, mit denen online bezahlt werden kann, wurden im Hinblick auf die Anforderungen der Online-Händler wie auch der Bedürfnisse der Konsumenten auf Stärken und Schwächen untersucht.

Kundenwünsche und Anbieteranforderungen

Die Herausforderung an ein Bezahlsystem für den E-Commerce sei es, die Diskrepanz zwischen Kundenwünschen und Anbieteranforderungen zu überwinden, so Schrotta. Kunden wünschen sich im Internet genauso einkaufen zu können wie im "normalen Geschäft", was vor allem Anonymität bedeutet. Der Web-Anbieter will aber wissen, wer sein Kunde ist. Dies nicht nur um ein Kundenprofil zu erstellen, sondern vor allem um zu seinem Geld zu kommen. Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit sind Bereiche, die beide Seiten einen.

Klassische Bezahlsysteme dominieren

Im Online-Handel dominieren nach wie vor klassische Bezahlsyteme. So sei beispielsweise in den USA das Jahres- und Monatsabonnement beliebter als eine Bezahlung auf Pay-per-Click-Basis. Neue Anbieter gewinnen aber zunehmend an Marktanteilen, die Zahlungsbereitschaft der Konsumenten in anderen Bereichen steigt. Für den Erfolg eines Bezahlsystems sei daher die Akzeptanz bei Verbrauchern und Anbietern entscheidend. Die Akzeptanz steigt, wenn sich das System auf vertraute Geräte stützt und der Zahlungsvorgang transparent ist. Gleichzeitig bestehe eine starke Nachfrage nach anonymen Zahlungsmöglichkeiten.

Drei Modelle

Die Lösung sieht Schrotta in Bezahlplattformen, die zwischen Konsument und Anbieter stehen und deren Bedürfnisse befriedigen. Hier gibt es im Wesentlichen drei Modelle: Pre-Paid-Systeme (Wertkarten), Mobile-Payment und Kredit- bzw. Inkasso-Systeme. Bei den Pre-Paid-Systemen nennt Schrotta die Paysafecard, eine Wertkarte, die im Handel erworben werden kann. Mittels freigerubbeltem Code kann man anonym einkaufen. Im Bereich Mobile-Payment sei Paybox ein System mit guten Aussichten, zumindest in Österreich, wo die mobilkom austria alle Anteile übernommen hat. In Deutschland hat Paybox vergangenen Monat den Betrieb eingestellt. Die Bezahlung erfolgt über ein Mobiltelefon. Paysafekey und Firstgate Click & Buy seien im Bereich der Inkasso-Systeme erfolgversprechende Systeme. Die Studie "Paid Content" bietet neben Informationen zu Online-Bezahlsystemen auch einen Überblick zu Ergebnissen ähnlicher Studien.(pte)

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