Versorgungslücke bei Vignetten

4. Februar 2003, 17:52
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Exekutive straft dennoch ausnahmslos

Wien/Salzburg - Versorgungslücke beim Autobahnvignettenverkauf: Die neue safrangelbe Jahresvignette für 2003 ist an vielen Tankstellen und Trafiken seit mehreren Tagen ausverkauft. Zahlreiche Autofahrer - so viele wie noch nie zuvor - hätten heuer mit dem Vignettenkauf bis zuletzt gewartet. Die Folge seien "Engpässe" gewesen, hieß es aus der Autobahngesellschaft Asfinag am Dienstag zur APA. Die Exekutive straft dennoch ausnahmslos. "Gesetz ist Gesetz", hieß es dazu aus der Asfinag. Ab Mittwoch sollen Vignetten statt bisher wöchentlich nun täglich ausgeliefert und die Versorgung damit wieder sicher gestellt werden.

Bisher nur wöchentliche Vignettenauslieferung

Nach Angaben der OMV sind 80 Prozent der im Jänner verkauften Vignetten in Trafiken und Tankstellen in der letzten Woche des Monats verkauft worden. Den Grund dafür sieht Walter Oberschlik, verantwortlich für das Shop-Geschäft bei der OMV, unter anderem in der bisher nur wöchentlichen Vignettenauslieferung.

Dazu kommt, dass die Post, die im Vorjahr nur noch weniger als 10 Prozent der Vignetten verkauft hatte, heuer keine Pickerl mehr führt. Stattdessen sind 500 Tankstellen als Verkaufsstätten dazugekommen, die laut OMV noch keine Erfahrungswerte gehabt und daher zu wenige Vignetten bestellt haben.

Umstellung auf Tageslieferung

Das von der Asfinag beauftragte Wiener Lieferunternehmen Svoboda hat nun am Dienstag beschlossen, die Vignetten statt bisher wöchentlich ab sofort in ganz Österreich täglich auszuliefern. Darüber hinaus sollen diese Woche noch drei zusätzliche Liefertouren gefahren werden. Ab morgen, Mittwoch, soll das Jahrespickerl laut Asfinag damit wieder in allen Verkaufsstellen erhältlich sein.

Im nächsten Jahr soll es in Kooperation mit den Medien außerdem eine Kampagne geben, damit die Leute im nächsten Jahr die zweimonatige Übergangszeit von 1. Dezember bis 31. Jänner stärker nützen.

Ansturm

Laut Asfinag sind die Verkaufszahlen bei Pkw-Jahresvignetten im Dezember 2002 um 8 Prozent auf 730.000 Stück zurückgegangen. Es habe eine klare Verlagerung im Kundenverhalten geben, so die Asfinag. In der vergangenen Woche habe man aber einen wahren Ansturm erlebt, sagte OMV-Manager Oberschlik.

Den Grund für den heurigen Ansturm in letzter Minute sieht er zum einen in den Semesterferien in Wien und Niederösterreich, die heuer exakt mit 1. Februar begonnen haben, zum anderen aber vor allem in der Erhöhung der Strafen für Mautsünder und in der Ankündigung verstärkter Kontrollen. Zudem sei die Vignette grundsätzlich nicht billig und in der Weihnachtszeit für einige nicht leistbar.

72,60 Euro seien nicht wenig

"72,60 Euro sind nicht wenig. Nachdem per Ende des Monats die Gehälter fällig werden, haben viele Autofahrer bis zuletzt gewartet", meinte auch Lydia Ninz vom ARBÖ am Dienstag.

Für alle, die bis zuletzt gewartet und nun keine Vignette erhalten haben, kann es jetzt allerdings doppelt teuer kommen. Die Exekutive akzeptiert dies laut Asfinag nämlich nicht als Entschuldigungsgrund.

In einzelnen Regionen, etwa im Burgenland, sind bereits Schwerpunktkontrollen angelaufen. Wer ohne neue Vignette erwischt wird, zahlt beim ersten Mal ausnahmslos 120 Euro (Pkw-"Ersatzmaut" für einen Tag). Wird man öfter erwischt, kann die Strafe seit heuer auf 400 bis 4.000 Euro ansteigen. (APA)

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