AT&T bringt Online-Gebärdendolmetsch

4. Februar 2003, 14:54
posten

Ermöglicht Gehörlosen und Stummen alltägliche Telefonate

Der amerikanische Telefon-Konzern AT&T hat in den USA ein Gebärdendolmetsch-Service gestartet. Das "Visual Relay Service" (VRS) verbindet gehörlose oder stumme Menschen mit Personen, die solchen Einschränkungen nicht unterliegen. Der behinderte User benötigt einen Computer samt Webcam und Breitband-Anbindung. Damit nimmt er Kontakt mit speziell geschulten Operatoren auf, welche ihrerseits eine Telefonverbindung zu dem gewünschten Anschluss herstellen. Die Operators übersetzen dann von der Zeichensprache ins Englische und umgekehrt.

Telfeonate für Gehörlose und Stumme

Auf diese Weise ist es Gehörlosen und Stummen nun möglich, Telefonate auch mit beliebigen Firmen und sogar automatischen Textansagesystemen zu führen – sofern sie in einem Gebiet wohnen, in dem Breitband-Internetanschlüsse verfügbar sind. Andernfalls müssen sie auf das herkömmliche Teletype-Terminal (TTY, auch Telecommunications Device for the Deaf, TDD, genannt) zurückgreifen. Diese Form der Kommunikation ist aber viel langsamer und umständlicher und folgt der normalen englischen Grammatik, während die Zeichensprache, die viele Betroffene fließend beherrschen, eigenen Grammatikregeln unterliegt. Bei Notrufen muss jedenfalls auf TTY zurückgegriffen werden, da einerseits die Gefahr von Wartezeiten bei Überlastung der VRS-Operators besteht, andererseits keine automatische Weiterleitung an die nächstgelegene Notrufzentrale erfolgt.

Service kostenlos

Die Nutzung des Service ist kostenlos. Finanziert wird es von der Federal Communications Commission (FCC). Sprint und CSD bieten gemeinsam ein ähnliches Service, allerdings mit verkürzten Öffnungszeiten. Dafür ist es auch Nicht-Behinderten möglich, Kontakt mit tauben und stummen Personen aufzunehmen, sofern sie deren IP-Adresse kennen. Außerdem bietet CSD an zwei Tagen in der Woche auch Übersetzungen aus der und in die spanische Zeichensprache an.

In Österreich sind ähnliche Dienste gerade in Planung, wie Harry Spitzer vom Wiener Taubstummen Fürsorgeverband (WITAF) mitteilte. (pte)

Share if you care.