Ingmar Bergman teilt Lorbeer aus

4. Februar 2003, 14:55
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Filmregisseur verleiht Preis an Kollegen für dessen Kampf gegen Werbeunterbrechungen im Fernsehen

Der schwedische Filmregisseur Ingmar Bergman hat aus Zorn über Werbeunterbrechungen von Filmen einen nach ihm benannten Preis verliehen. In einem am Dienstag von der Zeitung "Svenska Dagbladet" veröffentlichten Text begründete der 84-Jährige die Vergabe des diesjährigen Bergman-Preises an seinen Kollegen Vilgot Sjöman (78) mit dessen Kampf gegen Reklameunterbrechungen im Fernsehen.

Begründung

In seiner Begründung schrieb Bergman: "Wenn ein Film im TV von Empfehlungen für Mahlzeiten, Motorräder und Damenbinden unterbrochen werden, gerate ich in Zorn, mein Blutdruck steigt, und mich trifft ein emotionaler Schock. Ich fühle mich beleidigt und misshandelt."

"Don Quijote"

Sjöman war per Anzeige gegen die Vorführung seines Spielfilms "Alfred Nobel" im Kommerzsender TV4 mit einem 15-minütigen Werbeblock in der Mitte vorgegangen. Bergman, der selbst an seinem ersten Spielfilm als Regisseur nach 20 Jahren Pause arbeitet, nannte den Kollegen einen "Don Quijote, der gegen die Windmühlen des Geldes anrennt, fest zur deren Vernichtung entschlossen".

Der von Bergman allein vergebene und nicht dotierte Preis wurde Sjöman bei der jährlichen Verleihung der schwedischen Filmpreise übergeben. Als bester Film schnitt "Lilja-4-ever" von Lukas Modysson mit drei Preisen ab. (APA/dpa)

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