SAP Austria wird zur "sicheren Bank"

4. Februar 2003, 19:10
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Software-Haus legt trotz Branchen-Krise beim Umsatz zweistellig zu - Zuwächse konzernweit an der Spitze

Wien - Es war das Finale, das SAP, dem weltgrößten Hersteller von Unternehmenssoftware, zu einem guten Ergebnis im Flautejahr 2002 verhalf. "Das erste Quartal war gut; das zweite schlecht und ohne Aussicht, wie's weitergeht; das dritte Quartal war schlecht wie jedes Jahr; das vierte Quartal führte dazu, dass SAP ein gutes Jahr hatte", erklärte Heinz Hartinger, Chef von SAP Zentral- und Osteuropa bei der Jahreskonferenz am Dienstag in Wien. Wie berichtet, konnte SAP 2002 trotz flacher Umsatzentwicklung (ein Prozent plus auf 7,4 Mrd. Euro) seine Gewinnmarge um knapp drei Prozentpunkte auf 22,7 Prozent verbessern.

Nebst dem guten Geschäftsverlauf habe die Reduzierung des Aufwands zu diesem Ergebnis geführt, sagte Hartinger. Das sei aber durch starken Personalabbau passiert; bei Forschung, Entwicklung, Vertrieb und Marketing wären sogar neue Mitarbeiter aufgenommen worden.

Rasantes Wachstum in Zentral- und Osteuropa

Besonders stolz ist Hartinger darauf, dass die von Wien aus gelenkte Region Zentral-und Osteuropa "mit einem Plus von 14 Prozent das stärkste Umsatzwachstum im Konzern hat". Als Wachstumsmarkt "par excellence" hätten sich im vergangenen Jahr die GUS-Staaten etabliert. Nach Branchen betrachtet, haben Fertigungsbereich und Telekomsektor Rückgänge verzeichnet, während Finanzdienste und öffentlicher Sektor zulegten. Als Paradepferd verweist SAP auf einen mehrjährigen Vertrag über 50 Mio. Euro mit der Wiener Städtischen, der zu den größten SAP-Abschlüssen im Konzern zählt.

In Österreich selbst stieg 2002 der Umsatz um elf Prozent auf rund 110 Mio. Euro, erklärte Österreich-Geschäftsführer Wolfgang Schuckert. Stärker gewachsen ist der Verkauf von Software, zurück- gegangen ist das Geschäft mit Schulungen, da IT-Manager vermehrt auf leicht erlernbare Lösungen achten und viel an Schulung über Internet und mit CDs erfolge.

KMUs im Visier

Vermehrt bemüht sich SAP, das nach Angaben des Marktbeobachters IDC seinen Marktanteil von 43 auf 50 Prozent ausbaute, nun um den Klein- und Mittelstand mit einem eigenen Produkt: SAP Business One. Damit hofft man auf 100 neue Kunden in Österreich. Von der Dotcom-Ära hat sich SAP inzwischen durch eine Änderung von Pro- duktnamen und Werbeslogans still verabschiedet: Das bis vor kurzem als "MySAP.com" beworbene E-Business-Produkt heißt jetzt nun "mySAP Business Suite", und im Slogan wurden aus "erfolgreichen E-Businesses" einfach "Businesses". (spu, DER STANDARD, Printausgabe 5.2.2003)

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SAP
  • Wolfgang Schuckert, SAP Country Manager
    montage: derstandard.at

    Wolfgang Schuckert, SAP Country Manager

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