Wien startet Bildungsoffensive für Pflegejobs

4. Februar 2003, 13:44
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Unterstützung für Aufschulung von Heimhelfern - 3,5 Millionen Euro Investition im Rahmen des WAFF

Vertreter der Stadt Wien haben am Dienstag eine Bildungsoffensive für Pflegejobs präsentiert. Die Gemeinde stellt im Rahmen des Wiener ArbeitnehmerInnenförderungsfonds (WAFF) 3,5 Mio. Euro für ein gemeinsames Projekt mit dem AMS zur Verfügung. Mitarbeitern von Sozialdiensten soll damit die Weiterschulung und ein beruflicher Aufstieg ermöglicht werden.

Mangel an Fachkräften soll kompensiert werden

Kompensiert werden soll damit ein drohender Mangel an Fachkräften, wie Finanzstadtrat Sepp Rieder (S) bei der Bürgermeister-Pressekonferenz - sie fand ohne Stadtoberhaupt Michael Häupl (S) statt - betonte. "Es gibt aktuelle Prognosen, wonach für das Jahr 2003 von mehr als 1.000 zusätzlichen Jobs im Gesundheitsbereich auszugehen ist", berichtete Rieder.

In den Pflegediensten sei schon jetzt eine große Zahl von Heimhelfern tätig. Diese sollen im Rahmen der Initiative zu Pflegehelfern oder Diplomkrankenpflegern ausgebildet werden. "Das soll möglich sein, ohne dass sie während der Schulung aus dem Beruf ausscheiden müssen, wie es bisher oft der Fall war", sagte Rieder.

Projektdauer: Drei Jahre

Mit den eingesetzten Mitteln können rund 300 Mitarbeiter von Wiener Pflege- und Sozialdiensten "aufgeschult" werden. Neben einer Förderung von Kurskosten durch den WAFF gibt es dafür Mittel vom AMS sowie den jeweiligen Organisationen. Insgesamt werden laut Rieder rund 10 Mio. Euro investiert. Das Projekt ist für drei Jahre anberaumt.

Da im Rahmen der Umsetzung Heimhelfer-Plätze frei werden, soll die Aktion auch beschäftigungslosen Personen die Chance auf einen Job bieten. Für sie wird es ebenfalls Qualifizierungsmaßnahmen geben, und zwar in Form einer "Implacement-Stiftung" des WAFF.

Abschaffung der Höchstbeitragsgrundlage

Gesundheitsstadträtin Elisabeth Pittermann (S) begrüßte die Bildungsoffensive und betonte: "Das Gesundheitswesen kostet viel, weil es eine personalintensive Branche ist." Die Ausgaben dürften aber nicht in Frage gestellt werden: "Das sind wir unseren älteren und pflegebedürftige Menschen schuldig." Pittermann sprach sich bei der Gelegenheit für eine Abschaffung der Höchstbeitragsgrundlage für die Sozialversicherung aus - sowie für Abgaben auf Tabak und Alkohol, die dem Gesundheitswesen zu Gute kommen solle.

Laut Pittermann wird der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) die Ausbildungsoffensive unterstützen und seine Schulungskapazitäten erhöhen. Mehr Kurse zwecks Aufschulung zum Pflegehelfer wird es im Geriatriezentrum Klosterneuburg und im Wilhelminenspital geben, diplomierte Kräfte werden verstärkt im Kaiserin Elisabeth Spital sowie im Kaiser Franz Josef Spital ausgebildet. (APA)

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