SAP Österreich legt beim Umsatz zweistellig zu

4. Februar 2003, 13:43
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Keine Gefahr für Standort Wien durch Osterweiterung - Mitarbeiterstand gestiegen

SAP Österreich, die heimische Tochter des deutschen Softwarehauses SAP, verzeichnete 2002 trotz der schwierigen Lage am IT-Markt eine Umsatzsteigerung von elf Prozent gegenüber dem Jahr 2001 auf rund 110 Mio. Euro. "Das SAP-Management bezeichnet uns schon mal als Lebensversicherung und sichere Bank", sagte Wolfgang Schuckert, Country Manager Österreich, heute, Dienstag, auf einer Pressekonferenz in Wien.

Steigerung der Produkterlöse

Erreicht worden sei dies vor allem durch eine Steigerung der Produkterlöse (Software und Wartung) um 15 Prozent. Die Serviceerlöse (Beratung und Schulung) seien hingegen um ein Prozent zurückgegangen. Besonders bei Schulungen habe man mit einem Minus von 21 Prozent eine schwierige Situation vorgefunden. Grund dafür seien die Sparmaßnahmen in den Unternehmen und die erreichte Vereinfachung in der Benutzung von Software. Die Mitarbeiterzahl habe SAP Österreich, im Jahr 1986 als zweite Auslandsniederlassung des Walldorfer Mutterkonzerns gegründet, im Vorjahr um fünf Prozent von 364 auf 382 erhöht. Dies sei ein "Privileg", so Schuckert.

Plus von 14 Prozent

Die Area Central & Eastern Europe (CEE), zu der auch Österreich zählt, habe beim Umsatz sogar ein Plus von 14 Prozent auf 629 Mio. Euro zu verzeichnen, erklärte Heinz Hartinger, Managing Director Area CEE. "Mit der Entwicklung von Russland und den GUS-Staaten sind wir besonders zufrieden. Wir haben dort den Umsatz um 34 Prozent gesteigert." Sehr positiv sei auch die Entwicklung in den Emerging Countries Slowakei, Slowenien, Kroatien und Rumänien, wo man 2002 ein eigenes Büro eröffnet habe. Den größten Anteil am Umsatz mache aber nach wie vor die Schweiz mit 49 Prozent aus, gefolgt von Österreich mit 17 Prozent und den CIS-Staaten (Russland und die ehemaligen UdSSR-Staaten) mit 10 Prozent. Wien sei als Osteuropazentrale unbestritten: "Dieser Standort wird durch die Osterweiterung in seiner Bedeutung nicht beeinflusst", zerstreute Hartinger Befürchtungen, das Unternehmen könnte die Zentrale nach Osteuropa verlagern.

"Wir sehen CIS und die Emerging Countries weiter als Wachstumsträger", sagte Hannes Rechnitzer, COO für die Area CEE. Der Umsatz im Bereich "Public Services" habe sich beinahe verdoppelt und auch "Financial Services" würden boomen. Rückgänge gebe es vor allem bei Telekomunternehmen. "Sehr erfreut" sei man über die Gewinnung von strategischen Neukunden, wie Lukoil, die polnische Armee oder das slowakische Finanzministerium.

"Zurückhaltend optimistisch"

In das Jahr 2003 blickt SAP- das Kürzel steht für Systeme, Anwendungen Produkte in der Datenverarbeitung - sowohl für die Area CEE als auch Österreich "zurückhaltend optimistisch". "Wir können den Aufschwung nicht herbeireden, aber der der Pessimismus darf auch nicht der einzige Wachstumsbereich bleiben", sagte Schuckert. Im Vordergrund stünde der Gewinn von Marktanteilen, wobei man die größten Zuwächse in Polen und den CIS-Staaten erwarte. In Österreich setze SAP vor allem auf den KMU-Bereich: "2002 war in diesem Segment ein Aufbaujahr. 2003 möchten wir nun durchstarten", so Schuckert. Neu auf der Kundenliste von SAP Österreich stünden unter anderem Greiner Verpackungen, Handl Tyrol, Schachermayer und die Miba AG.(APA)

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