Vermarkter SevenOne Media sieht gute Chancen für Ballungsraum-TV

4. Februar 2003, 13:57
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Mit Regionalprogramm Nischen besetzen - Breitenecker: Fünf Jahre Vermarktung von ProSieben und Co. war "Belebung" für Werbemarkt

Privates Ballungsraumfernsehen in Österreich hat "gute Startchancen", da die rein regionalen Programme "echte Nischen" besetzen können. Diese Ansicht vertritt Markus Breitenecker, Geschäftsführer des Werbevermarkters SevenOne Media Austria. Das Unternehmen feiert heuer seinen fünften Geburtstag, und nicht zuletzt mit dem Kerngeschäft, der Vermarktung der österreichischen Werbefenster auf ProSieben, Sat.1, Kabel 1 und Viva, habe man in dieser Zeit für "eine Belebung des österreichischen Werbemarktes" gesorgt, so Breitenecker und seine Stellvertreterin Stefanie Bleil am Dienstag auf einer Pressekonferenz.

Optimismus

Breiteneckers Optimismus ist angebracht, wird doch SevenOne Media Austria die drei österreichischen Ballungsraum-Sender (Puls City TV in Wien, Salzburg TV sowie das Linzer LT 1) im "Package" vermarkten. Puls wird darüber hinaus auch als Einzelsender ins Portfolio aufgenommen. Im Gegensatz zum deutschen Markt, wo Ballungsraum-TV kaum von Erfolg gekrönt ist und die Mutter SevenOne Media aus dessen Vermarktung ausstieg, sieht Breitenecker in Österreich Potenzial. Denn die technische Reichweite der drei Sender betrage 50 Prozent, bei Puls City TV allein bestehe die Möglichkeit, gleich viele Haushalte wie mit einem Werbefenster, nämlich rund eine Million, zu erreichen.

Werbefenster

Mit der Entwicklung des "eigenen" Senders ProSieben, in dem 1998 das österreichische Werbefenster geöffnet wurde, sind Breitenecker und Bleil hoch zufrieden. 9,5 Prozent Marktanteil weise der Teletest für das 2. Halbjahr 2002 (Zielgruppe zwölf bis 49 Jahre) aus, damit stehe man in Österreich an der Spitze der großen deutschen Privatsender. Die Werbefenster in den Privaten hätten zu einer Senkung der durchschnittlichen Tausender-Kontakt-Preise (TKPs) geführt, die im Vorjahr bei 30 Euro gelegen seien, und damit den Gesamtmarkt für das Fernsehen angekurbelt. Die zweite große deutsche Privat-TV-Gruppe, die RTL-Familie, wird hier zu Lande von der IPA-plus vermarktet.

"Advertainment"

Immer wieder wird den Vermarktern der deutschen Sender allerdings vorgehalten, dass ihre Gewinne nach Deutschland fließen und wenig für den Standort Österreich herausschaue. Breitenecker sieht dies naturgemäß nicht so. "Wir sind ein österreichisches Medienunternehmen", betonte er. Österreichisch auch, was den Content betreffe: Schließlich betreibe und vermarkte man auch die Portale ProSieben.at und Sport1.at mit heimischen Inhalten. Und auf ProSieben laufe seit einem Jahr "höchst erfolgreich" das "Advertainment"-Format "p2night.tv". Konzepte für eine weiteres Magazin dieser Art werden gerade gewälzt.

Wie viel das österreichischen Medienunternehmen SevenOne Media im Vorjahr erwirtschaftet hat, verriet Breitenecker mit Verweis auf die börsenotierte Mutter indes nicht. Nach den von Focus Media Research regelmäßig erhobenen Bruttowerbeumsätzen liege man bei 51,8 Mio. Euro. In diesem Betrag sind allerdings etwaige Rabatte und Sondertarife (etwa für Social Advertising) nicht berücksichtigt. (APA)

  • Markus Breitenecker
    foto: sevenone media austria

    Markus Breitenecker

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