Epcos schafft Turnaround

4. Februar 2003, 12:58
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Elektronik-Hersteller bestätigt Gewinnprognose für das Gesamtjahr

München - Nach Verlusten im vergangenen Jahr hat der Elektronikhersteller Epcos im ersten Quartal 2002/03 (zum 30. September) wieder einen Gewinn verbucht und damit Analystenschätzungen übertroffen. Das deutsche Unternehmen bekräftigte seine Prognose, die für das laufende Geschäftsjahr ein moderates Umsatzwachstum und ein positives Ergebnis vorsieht. Die im MDax notierte Aktie zog deutlich an.

Im Zeitraum Oktober bis Dezember sei vor Zinsen und Steuern (EBIT) ein Gewinn von 2,8 Mio. Euro nach 6 Mio. Euro im Vorjahresquartal verbucht worden, teilte Epcos am Dienstag in München mit. Analysten hatten im Mittel einen Verlust von 2,3 Mio. Euro erwartet. Im Schlussquartal 2001/02 hatte Epcos bei Sonderbelastungen von 50 Mio. Euro einen EBIT-Verlust von 64 Mio. Euro verbucht.

Den Umsatz nannte Epcos mit 330 (Vorjahr 318) Mio. Euro, den Gewinn nach Steuern mit 0,5 (4) Mio. Euro. Analysten hatten im Mittel einen Umsatz von 337 Mio. Euro und einen Fehlbetrag von 2,9 Mio. Euro prognostiziert. Beim Auftragseingang meldete Epcos einen deutlichen Anstieg auf 340 von 275 Mio. Euro.

Das Unternehmen, das als Nummer zwei auf dem Weltmarkt hinter der japanischen Murata passive elektronische Bauelemente wie Kondensatoren herstellt, meldete steigende Auftragszahlen in allen Sparten. Bei Bauteilen für die Telekommunikation und die Autoindustrie seien im Quartal auch die Umsätze angestiegen, während sie bei der Konsum-Elektronik vom schwachen Weihnachtsgeschäft belastet worden seien.

Im umsatzstärksten Bereich Oberflächenwellen-Komponenten (OFW) ging der Gewinn in der EBIT-Abgrenzung auf 9,0 (13,6) Mio. Euro zurück. Bei Kondensatoren, wie sie in Handys und der Elektronik von Autos verwendet werden, wurde nach Verlusten von 1,6 Mio. Euro im Vorjahresquartal wieder ein Gewinn von 1,5 Mio. Euro verbucht. In der Problemsparte Ferrite und Induktivitäten, die unter anderem die Festnetz-Telefonie beliefert, stieg der Verlust jedoch auf 7,8 (5,3) Mio. Euro.

Das Unternehmen bekräftigte, nach den Verlusten des Vorjahres im laufenden Geschäftsjahr wieder Gewinn zu machen. Das positive Quartalergebnis dürfe aber nicht darüber hinweg täuschen, dass Epcos immer noch mit schwacher Nachfrage und einem harten Wettbewerb konfrontiert sei, erklärte Vorstandschef Gerhard Pegam in einer Mitteilung. Er fügte aber hinzu, die Kostensenkungsmaßnahmen griffen immer mehr. "Damit haben wir einen wichtigen Meilenstein bei der Rückkehr zu dauerhaften Gewinnen erreicht".

Analysten sagten, Epcos sei mit seiner Umstrukturierung voran gekommen. Die Kostensenkungen und Produktionsverlagerungen zahlten sich offenbar aus, hieß es bei einer Bank. Positiv sei auch der stark gestiegene Auftragseingang. In der zweiten Jahreshälfte könnten sich die Marktbedingungen verbessern und die Erträge zusätzlich stützen, hieß es.

Epcos hat ein Umstrukturierungs- und Kostenprogramm eingeleitet, das im laufenden Jahr Einsparungen von 170 Mio. Euro bringen soll. Geplant sind unter anderem Kostensenkungen im Einkauf und bei Fertigungsprozessen sowie die Verlagerung von Arbeitsplätzen aus Deutschland in Niedriglohnländer. Für die Restrukturierung hatte Epcos im Schlussquartal des Vorjahres eine Sonderbelastung von 30 Mio. Euro verbucht.

Ebenso wie die größere Infineon AG, die Bauteile mit Rechen- und Speicherfunktion herstellt, ist Epcos aus einer Sparte der Siemens AG hervor gegangen. Die Epcos-Aktie war im Dezember aus dem Deutschen Aktienindex (DAX) genommen worden und wird jetzt im MDax notiert. An der Frankfurter Börse legte die Aktie bis zum Mittag um knapp 4 Prozent auf 11,20 Euro zu. (APA/Reuters/dpa)

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