Ruiz-Castillo Schnellste im Abfahrtstraining

4. Februar 2003, 13:40
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Vornehme Zurückhaltung der ÖSV-Damen - Hosp als beste ÖSV-Läuferin 19.

St. Moritz - Wegen Neuschnee und Nebel mit einer Stunde Verspätung aber dann doch noch bei leidlichen Bedingungen hat am Dienstag in St. Moritz das erste WM-Abfahrtstraining der Damen stattgefunden. Die Bestzeit ging in 1:42,04 Minuten an die Spanierin Carolina Ruiz-Castillo, die mit Startnummer 40 aber deutlich bessere Sicht hatte. Weltmeisterin Michaela Dorfmeister kassierte nach nur wenigen Stunden Schlaf und einer lockeren Fahrt fast vier Sekunden Rückstand, beste ÖSV-Läuferin war Niki Hosp als 19. (+2,72) unmittelbar vor Kathrin Wilhelm.

Besichtigungsfahrt

Abtasten und vorsichtig Fahren war bei anfänglich schlechter Sicht die Devise bei fast allen Läuferinnen, die ersten 15 Läuferinnen und damit praktisch alle ÖSV-Medaillen-Hoffnungen waren trotzdem nicht mehr als "Sternchenfahrer". "Es war okay trotzdem gefahren zu sein. Ich war aber nur mit ein paar Prozent unterwegs", meinte Dorfmeister nach dem ersten Abtasten mit der völlig entschärften WM-Piste und Platz 32 hinter vielen Exotinnen. "Wo man normaler Weise 40 Meter springt, ging es gerade fünf Meter."

Wenig Nachtruhe für Dorfmeister

Trotzdem wäre es aber gefährlich gewesen, unkonzentriert zu sein. "Immerhin geht es ja doch mit 120 km/h dahin", so die Niederösterreicherin, die nach einer ausgiebigen Medaillen-Feier erst gegen ein Uhr früh ins Bett gekommen war und um sieben schon wieder beim Frühstück saß. "Fünf Stunden Schlaf, normaler Weise brauche ich acht", stöhnte sie und gestand "schlattrige Knie und einen Körper ohne Spannung" ein. "Gottseidank hat es die Verschiebung gegeben, sonst hätte ich in der Früh gar nichts gegessen", so Dorfmeister.

Götschl weit zurück

Beim Rest der ÖSV-Damen war in erster Linie Frustbewältigung nach dem Super G angesagt. "Ich bin schon zu lange dabei und habe zu viel erlebt", wich Renate Götschl dem Thema aber aus und kam nach einer lustlosen Fahrt mit 5,40 Sekunden Rückstand auf Platz 41. "Der Super G hängt aber längst an irgendeinem Haken."

Meissnitzers Materialtest

Alexandra Meissnitzer sprach von einem "reinen Materialtest" und von einem "Wunder, dass überhaupt gefahren werden konnte." Sie gestand: "Im Super G hatte ich so hohe Erwartungen, ich tu mir jetzt noch schwer. Aber vielleicht geht jetzt ja was in der Abfahrt, hoffentlich wird die Piste bald härter."

Tapfere Kombiniererinnen

Tapfer stellten sich die jungen ÖSV-Kombiniererinnen der Abfahrt. "Ich habe mich vorsichtig heran getastet und bin es gemütlich angegangen" sagte Hosp, die sich zuversichtlich gab: "Eine an sich lässige Abfahrt, speziell der untere Teil kommt uns Technikerinnen entgegen." Hosp bildet zusammen mit Marlies Schild und Christine Sponring derzeit nur ein Kombi-Trio. Sollte Götschl tatsächlich verzichten, wird überlegt, Brigitte Obermoser in der Kombi einzusetzen.(APA)

Ergebnisse vom ersten Training für die WM-Abfahrt der Damen am Dienstag in St. Moritz:

  1. Carolina Ruiz-Castillo (ESP)1:42,04 
  2. Monika Dumermuth (SUI)       + 0,69 
  3. Isolde Kostner (ITA)           0,76
  4. Daniela Ceccarelli (ITA)       0,92
  5. Anastasij Popkowa (RUS)        1,32
  6. Nadia Styger (SUI)             1,34
  7. Melanie Suchet (FRA)           1,36
   . Hilde Gerg (GER)               1,36
  9. Sylviane Berthod (SUI)         1,38
 10. Genevieve Simard (CAN)         1,86
 weiter:
 19. Nicole Hosp (AUT)              2,72
 20. Kathrin Wilhelm (AUT)          2,73
 25. Marlies Schild (AUT)           3,20
 26. Christine Sponring (AUT)       3,21
 28. Brigitte Obermoser (AUT)       3,38
 32. Michaela Dorfmeister (AUT)     3,76
 39. Alexandra Meissnitzer (AUT)    5,04
 41. Renate Götschl (AUT)           5,40

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ruiz-Castillo ob der Bestzeit erfreut.

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