Populäre Olympus "Mju" wird digital

4. Februar 2003, 12:45
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In einem weiteren Schritt der völligen Digitalisierung von Fotografie bringt Olympus jetzt auch sein viel verkauftes Designerstück Mju in zwei digitalen Versionen auf den Markt

Die Vorstellung zweier kleiner, gestylter Kameras scheint, in Anbetracht eines weiterhin boomenden Angebots an digitalen Fotoapparaten, nur ein kleiner Schritt. Aber für Olympus, einen der Tophersteller von Consumergeräten, ist es eine Produktneuheit von großer symbolischer Bedeutung: Die Olympus Mju, mit bisher rund 20 Millionen verkauften Stück die meistverkaufte Kameraserie der Welt, wird digital.

Ein untrügliches Zeichen

Für Olympus, aber auch die gesamte Fotowelt ist dies ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Ära des chemischen Films ihrem Ende entgegengeht und die Zukunft auch im Amateur- und Massenmarkt digital ist. Zwar haben digitale Kameras schon seit einiger Zeit in Hinblick auf Bildauflösung und damit die Qualität des späteren Papierbildes das Niveau von Film erreicht. Aber noch immer sind digitale Kameras eine Kategorie für sich, häufig schon in ihrer äußeren Form.

Schon vor einem Jahr wollte Olympus seine damals neue digitale Serie C-1 für den Massenmarkt mit dem Brand "Mju" ausstatten; im letzten Moment wurde die Entscheidung revidiert, der zuständige Produktmanager musste den Hut nehmen. Die jetzt bei einer internationalen Präsentation in St. Wolfgang vorgestellten digitalen Mjus sind jedoch in jeder Hinsicht "richtige" Mitglieder der Mju-Kategorie: kompakte, gestylte Kameras in einem Edelstahlgehäuse für gehobene Amateurfotografie. Äußerlich sind ihnen mit Ausnahme eines kleinen LC-Schirmes auf der Rückwand die digitalen Gene nicht anzusehen. Und die Kamera ist trotz feuchtigkeits- und temperaturempfindlicher Elektronik wetterfest, ein Novum im Digitalkamerasegment, das eine Hundertschaft von Journalisten bei der Präsentation auf den verschneiten Höhen über dem Wolfgangsee in einem mehrstündigen Feldversuch einem Härtetest unterziehen konnten.

Zwei Versionen

Die Kameras werden in zwei Versionen geboten, mit unterschiedlichen Auflösungen von drei und vier Megapixeln, aber sonst technisch gleich ausgestattet. Durch Aufschieben des Objektivs mit Dreifachzoom (entspricht 35 bis 105 mm Kleinbildformat) wird das Gerät in Betrieb genommen, wobei neben den üblichen Automatikmodi auch sehr differenzierte Steuerungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Bilder werden auf xD-Picturecards gespeichert, dem neuen Speicherformat von Olympus, das nur wenig größer als eine SIM-Karte im Handy ist, aber bald bis zu einem Gigabyte Platz bieten soll. Die Mju 300 Digital ist ab März um rund 500 Euro, die Mju 400 Digital ab April um 600 Euro erhältlich. (Helmut Spudich, DER STANDARD Printausgabe, 4. Februar 2003)

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