Fasslabend plädiert für "Pensionskonto"

4. Februar 2003, 11:58
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ÖAAB für flexiblen Antritt statt starrer Altersgrenze

Wien - Keine starren Grenzen für den Pensionsantritt sollte es nach Ansicht von ÖAAB-Obmann Werner Fasslabend geben. Er tritt für die Umstellung auf das Modell des persönlichen Pensionskontos ein, bei dem sich die Höhe der Pension stärker als bisher nach der Höhe der eingezahlten Beiträge und nach der Dauer der Beschäftigung eines Arbeitnehmers sowie der sich daraus ergebenden Verzinsung richtet: "Das persönliche Pensionskonto beseitigt die bisherigen Ungerechtigkeiten des ASVG-Systems, indem es auf die tatsächlichen Leistungen während des gesamten Berufslebens stärker Bezug nimmt. Es bietet gleichzeitig die Wahlmöglichkeit für den jeweiligen Pensionsantritt", sagte Fasslabend am Dienstag in einer Aussendung.

Der ÖAAB-Obmann will, dass in Zukunft neben dem Antrittsalter auch die Beitragshöhe für den Pensionsantritt herangezogen wird. Denn das biete die Möglichkeit, stärker auf die physischen und psychischen Befindlichkeiten der Arbeitnehmer Rücksicht zu nehmen und ihnen davon ausgehend einen individuellen Pensionsantritt zu ermöglichen. "Manche Arbeitnehmer, die in ihrem Berufsleben schweren Belastungen ausgesetzt waren, sind oft schon lange vor dem 60. oder 65. Lebensjahr nicht mehr arbeitsfähig. Andere wiederum würden auch nach dem gesetzlichen Pensionsantrittsalter noch gerne arbeiten. Mit dem Modell des persönlichen Pensionskontos wäre beiden gedient."

Nach dem vom AAB-Oberösterreich ausgearbeiteten Modell würden die Pensionsbeiträge für einen Versicherten auf ein persönliches Pensionskonto eingezahlt und verzinst. Die Höhe dieses Pensionskapitals würde dem Versicherten jährlich mitgeteilt. Tatsächlich diene das Konto nur der Berechnung der aktuellen Pensionssumme, da die Mittel ja weiterhin zur Finanzierung der laufenden Pensionen herangezogen würden. Der Versicherte könne dann selbst entscheiden, wann er in Pension gehen möchte. Zu diesem Zeitpunkt müsse berechnet werden, wie hoch seine Pension ausfallen würde, damit sie bis zum Lebensende aufgebraucht ist. Als Richtwert diene die zu diesem Zeitpunkt durchschnittliche Lebenserwartung des Geburtsjahrganges des Versicherten. Aus diesem Modell ergebe es sich von alleine, dass die Pension jedes einzelnen umso höher ausfalle, je länger er im Berufsleben bleibe, erläuterte Fasslabend. (APA)

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    Werner Fasslabend will ein "Pensionskonto"

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