Entwicklung in Zeiten der Globalisierung

4. Februar 2003, 11:51
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Zum "Jahr des Wassers" hat die UNO 2003 erklärt, um bewusst zu machen, dass 1,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben und von tödlichen Krankheiten bedroht sind. Der Weltgipfel in Johannesburg 2002 setzte das Ziel, die Zahl der Menschen ohne sanitäre Versorgung bis 2015 zu halbieren.

Der Frage, wie dies in Zeiten stagnierender Entwicklungshilfe erreicht werden soll, widmet das Magazin Südwind in der neuesten Ausgabe einen Themenschwerpunkt. Private Investoren sollen die Finanzierungslücke schließen, lautet das Credo von Weltbank und Internationalem Währungsfonds. In Millionenstädten wie Buenos Aires, Johannesburg und Manila ist ein Monopoly um den privatisierten Wassermarkt in Gang gekommen, Bewohner von Armenviertel drohen erneut auf der Strecke zu bleiben. Südwind zeigt auf, dass Konzerne aus Europa im neuen Geschäft stark mitmischen und sich sogar die rot-grüne deutsche Regierung für das Privatisierungsmodell ausspricht.

Überhaupt fällt auf, dass das vom Verein Südwind-Entwicklungspolitik herausgegebene Magazin die so genannte Dritte Welt nicht isoliert, sondern zunehmend als Teil der globalen Vernetzung und mit vielen Zwischentönen betrachtet. So versucht der China-Experte Helmut Opletal der beachtlichen technischen und wirtschaftlichen Entwicklung des Riesenreiches bei gleichzeitig andauernder politischer Unterdrückung gerecht zu werden. Und die Leiterin einer indischen Gewerkschaft für Heimarbeiterinnen, die auch Kleinkredite bietet, berichtet, dass sie dieses Modell nun nach Südafrika und in die Türkei exportiert. (Erhard Stackl/DER STANDARD, Printausgabe, 4.2.2003)

Südwind - Magazin für internationale Politik, Kultur und Entwicklung Erscheint monatlich 52 Seiten, 3,60 Euro

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