Cup: Löwen scheitern an Bremen

6. Februar 2003, 11:50
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Kaiserslautern und Leverkusen erst nach Elfmeterschießen weiter - Bayern zerlegte den 1. FC Köln mit einem gnadenlosen 8:0

München - München ist im Halbfinale des deutschen Fußball-Pokals nur mit dem FC Bayern, der am Dienstag den 1. FC Köln mit 8:0 aus dem Olympiastadion schoss, vertreten. Denn der Lokalrivale 1860 flog am Mittwochabend mit einem 1:4 nach 120 Minuten gegen Werder Bremen aus dem Bewerb. Zwar waren die Löwen in der 80. Minute überraschend durch ein Kontertor von Jungstürmer Lauth 1:0 in Führung gegangen, doch fünf Minuten später fiel der Ausgleich und in der Verlängerung schlugen die Hanseaten noch drei Mal zum verdienten Endstand zu.

Münchner Führung aus heiterem Himmel

Die von Peter Pacult betreuten "Löwen" hatten es nur vor rund 7.000 Zuschauern bei leichtem Schneefall vor allem ihrem Torhüter Simon Jentzsch zu verdanken, dass das Match nicht schon in der regulären Spielzeit zu Gunsten der Bremer entschieden war. Wie aus heiterem Himmel fiel in der 80. Minute durch eine schöne Einzelaktion von Jung-Stürmer Lauth das Führungstor für die Sechziger. Der eingewechselte Klasnic schaffte jedoch schon fünf Minuten später nach Passe von Daun den Ausgleich und erzwang damit eine Verlängerung, in der mit Charisteas ein weiterer Joker einen Konter (93.) erfolgreich zum 2:1 abschloss und wieder Klasnic nach Daum-Vorarbeit in der 105. auf 3:1 stellte. Den Schlusspunkt setzte Charisteas kurz vor dem Abpfiff.

Ösis unauffällig

Zu diesem Zeitpunkt waren Martin Stranzl (er machte in der 53. Minute dem Chinesen Shao Platz) und Markus Weissenberger (er wurde nach dem 1:1 durch da Silva ersetzt) nicht mehr im Spiel. Nur Harald Cerny durfte durchspielen, aber auch seine Leistung war eher durchschnittlich.

Leverkusen plagte sich mit Unterhaching...

Sogar erst im Elferschießen zogen der 1. FC Kaiserslautern (4:3) nach einem 3:3 in 120 Minuten beim VfL Bochum und der Vorjahrsfinalist Bayer Leverkusen in die Runde der letzten vier ein. Die in dieser Saison bisher so enttäuschende Bayer-Elf setzte sich nach einem 2:2 beim Angstgegner, den aktuellen Regionalliga-Spitzenreiter SpVgg Unterhaching, mit 6:5 im Penaltyschießen durch. Jörg Butt rettete zumindest bis auf weiteres seinem Trainer Klaus Toppmöller den Job. Zunächst hielt er den Elfer von Darlington Omodiagbe, dann verwandelte der Keeper den entscheidenden selbst. Franca, Ramelow brachten die Gäste zwei Mal in Führung, die Vaccaro und Sukalo jeweils ausglichen.

...Lautern mit Bochum

Die Nervenstärke von Tim Wiese hat dem von Millionen-Schulden geplagten 1. FC Kaiserslautern die Einnahmequelle DFB-Pokal erhalten. Dank zweier gehaltener Schüsse des Torhüters beim 4:3 im Elfmeterschießen beim VfL Bochum zogen die Pfälzer am Mittwochabend zum insgesamt zehnten Mal ins deutsche Pokal-Halbfinale ein. Vor 22.199 Zuschauern im Ruhrstadion hatten sich beide Teams nach 120 dramatischen Minuten mit Vorteilen für die Gäste 3:3 (2:2, 2:2) getrennt.

Drei Tore des langen Tschechen Vratislav Lokvenc reichten den abstiegsbedrohten Pfälzern, die mit den Ex-Tirolern Knavs und Anfang spielten, nicht zum Erfolg in den 120 Minuten vor dem Penaltyschießen.

Bayern marschierten

Der FC Bayern marschierte am Dienstagabend mit einer eindrucksvollen Vorstellung ins Halbfinale des deutschen Fußball-Pokals. Der Unterschied zwischen dem Spitzenreiter der Bundesliga und dem Tabellenführer der Zweiten Liga waren exakt acht Tore. Die Münchner fertigten den 1. FC Köln im ersten Viertelfinalmatch vor nur 15.000 Zuschauern mit 8:0 (4:0) ab. Seit 189 Tagen bzw. 23 Pflichtspielen war der vierfache Pokalsieger aus der Domstadt ungeschlagen gewesen, die erste Niederlage nach dieser eindrucksvollen Serie fiel besonders deftig aus.

Untergang im Schneetreiben

Im Schneetreiben vor der Pause gingen die Kölner unter. Elber (von Pizarro in der 7. Minute freigespielt), Hargreaves mit einem sehenswerten Freistoß (20.), der junge Schweinsteiger mit einem Schuss aus 17 m (31.) und Elber aus kurzer Distanz im zweiten Versuch (33.) schossen schon vor Seitenwechsel die Hausherren mit 4:0 in Führung und den einstigen Polster-Klub k.o. Schweinsteiger (50.), nach Vorarbeit von Ze Roberto, der Brasilianer selbst mit einem platzierten Flachschuss via rechte Stange (56.), Elber (70.) und Sagnol (88./Kopf nach Ecke von Deisler) legten nach der Pause noch vier Tore nach.

Kahn will das Double

"Wir wollen das Double", hatte Oliver Kahn, der sich bei den wenigen Möglichkeiten der Kölner vor Seitenwechsel auf der Höhe zeigte, nach dem Champions League-k.o. seiner Mannschaft die neuen Ziele ausgegeben. Derzeit spricht viel dafür, dass der 17-fache Meister und zehnfache Cupsieger beide Titel nach München holt. In der 76. Minute durfte Sebastian Deisler (für Ze Roberto) sein Comeback in einem Pflichtspiel geben. Der Nationalspieler war am 18. Mai im freundschaftlichen Länderspiel Deutschland gegen Österreich verletzt ausgeschieden und war erst Anfang dieses Jahres ins Mannschaftstraining eingestiegen.(APA)

Viertelfinali:

Dienstag:

  • Bayern München - 1. FC Köln 8:0

    Mittwoch:

  • VfL Bochum - 1. FC Kaiserslautern 3:3 (2:2;2:2) nach Verlängerung. Elferschießen 3:4
  • SpVgg Unterhaching - Bayer Leverkusen 2:2 (2:2,0:1) n.V. Elferschießen 4:5
  • TSV 1860 München - SV Werder Bremen 1:4 (1:1,0:0) n.V. Tore: Lauth (80.) bzw. Klasnic (85./105.), Charisteas (93./121.)

    Halbfinali (4./5. März):

    Bayern München - Bayer Leverkusen
    1. FC Kaiserslautern - Werder Bremen

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      Harald Cerny (re), einer von drei unauffälligen Österreichern der Münchner Löwen.

    • (Zum Vergrößern)Alexander Voigt, ein deprimierter Kölner.

      (Zum Vergrößern)
      Alexander Voigt, ein deprimierter Kölner.

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