Djindjic wendet sich wegen Kosovo-Krise an Putin und Bush

4. Februar 2003, 11:31
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Serbischer Premier fordert Unterstützung bei Lösung für südserbische Provinz - Brief auch an andere Staat- und Regierungschefs verfasst

Belgrad - Der serbische Ministerpräsident Zoran Djindjic wendet sich wegen der Kosovo-Krise an die Präsidenten Russlands und der USA, Wladimir Putin und George W. Bush. In diesem Brief beschreibe Djindjic die schwierige Lage in der südserbischen Provinz und suche um Unterstützung für die Lösung der Kosovo-Frage an, berichtete die Belgrader Tageszeitung "Vecernje novosti" heute, Dienstag. Ein ähnliches Schreiben habe der serbische Ministerpräsident auch an seinen britischen Amtskollegen Tony Blair gerichtet.

Geplant seien zudem Briefe an den französischen Staatschef Jacques Chirac sowie die Regierungschefs Italiens und Deutschlands, Silvio Berlusconi und Gerhard Schröder. Laut "Vecernje novosti" fordere Djindjic Unterstützung bei der vollen Erfüllung der UNO-Resolution 1244, die eine substanzielle Autonomie für den Kosovo unter Wahrung der jugoslawischen Souveränität vorsieht.

Der serbische Premier hatte neulich des Öfteren gefordert, die Kosovo-Frage rasch zu lösen, da sich die Provinz auf dem Unabhängigkeitskurs befinde. Erst am Wochenende forderte er die NATO-Allianz auf, die Rückkehr von bis zu 1.000 jugoslawischen Soldaten und Polizisten in den Kosovo zuzulassen, wie dies auch in der UNO-Resolution vorgesehen ist.

Im Kosovo sind seit Beendigung des Krieges im Juni 1999 internationale Soldaten stationiert. Die Provinz wird seither von der UNO verwaltet (UNMIK). Während Pristina vehement in die Unabhängigkeit strebt, pocht Belgrad auf den Verbleib des Kosovo bei Serbien.(APA)

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    foto: epa/srdjan suki
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