Kampf gegen den Hunger in drittärmster Stadt Brasiliens begonnen

4. Februar 2003, 11:24
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Lebensmittelhilfe und Alphabetisierungskampagne der neuen Regierung in Guaribas

Rio de Janeiro - Die Hungerbekämpfungskampagne der neuen brasilianischen Regierung hat in einer der am wenigsten entwickelten Städte im Nordosten des Landes begonnen. Der Leiter der "Null Hunger"-Kampagne, der Minister für Lebensmittelsicherheit Jose Graziano, reiste am Montag (Ortszeit) zusammen mit drei weiteren Ministern persönlich in die Kleinstadt Guaribas im Bundesstaat Piaui, wie die private Nachrichtenagentur Estado berichtete. Wichtigstes Ziel des Programms sei es, den Menschen in den armen Regionen eine gesunde Ernährung zukommen zu lassen, sagte Graziano bei seinem Besuch in der 4.800-Einwohner-Ortschaft. Nach einer Studie der Vereinten Nationen ist Guaribas die am drittschlechtesten entwickelte Stadt Brasiliens.

Graziano übergab 500 Familien Nahrungsmittelgutscheine im Wert von monatlich 50 Reales (rund 13 Euro). In Guaribas sollen im Rahmen einer Alphabetisierungskampagne mit Unterstützung der UN-Erziehungsorganisation UNESCO auch 300 Jugendliche und Erwachsene unterrichtet werden. Am Dienstag sollte die "Null Hunger"-Kampagne auch in der Ortschaft Acaua im Staat Pauí beginnen. Nach einem halben Jahr sollen die Ergebnisse der beiden Pilotprojekte zunächst analysiert werden.

Präsident Luis Inacio "Lula" da Silva hat die Bekämpfung des Hungers zum Hauptziel seiner Amtszeit erklärt. Das "Null Hunger"-Programm seiner Regierung war am vergangenen Donnerstag offiziell eingeläutet worden. Fast ein Drittel der 175 Millionen Einwohner Brasiliens lebt in Armut. Der Staatschef, der sein Amt am 1. Jänner antrat, stammt selbst aus ärmlichen Verhältnissen und arbeitete in seiner Kindheit als Schuhputzer. Wenn nach Ablauf seiner Amtszeit alle Brasilianer drei Mal täglich etwas zu essen hätten, habe er "seine Lebensaufgabe erfüllt", hatte Lula bei seinem Antritt gesagt.(APA)

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