Infodirektor Draxler: Interventionen im Wahljahr "praktisch Null"

4. Februar 2003, 10:41
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Arbeit an "Report" und "Offen gesagt" - Relaunch von "Willkommen Österreich"

Ein überwiegend zufriedenes Resümee zieht ORF-Informationsdirektor Gerhard Draxler für das vergangene Jahr. Alle Magazine der TV-Information hätten von der Programmreform im Vorjahr profitiert, sagt er im Interview mit der APA. "Überall haben wir zugelegt - den 'Report' konnten wir stabil halten. Da ist jedoch noch einiges drinnen." Ebenso bei der sonntäglichen Diskussionsrunde "Offen gesagt", die darunter gelitten habe, dass innenpolitische Debatten auf Grund der Nationalratswahlen auf anderen Sendeplätzen stattgefunden hätten.

"Newsflash habe wunderbar funktioniert"

"Wunderbar funktioniert" habe dagegen der "Newsflash", mit dem man "erstmals junge Zuseher mit Nachrichten versorgen kann". Trotz heißen Wahlkampfes sind Interventionen von Seiten der Politik nach Draxlers Aussagen im Vorjahr "praktisch gegen Null" gegangen. "Unmutsäußerungen" seien zwar an ihn herangetragen worden, aber "nicht intervenierend, so wie man das von früher kennt". Seine Erklärung dafür: "Wir haben mit unseren Sendungen eine breite Palette für die Berichterstattung über Politik zur Verfügung gestellt." Nach den Wahlen hätten alle Parteien "die Ausgewogenheit unserer Berichterstattung gelobt".

"Straffung" der "ZiB 3"

Wie alle Direktionen musste auch Draxler im Zuge des ORF-Sparpakets Einsparungen vornehmen. Acht Millionen Euro lautete dabei das Ziel. Erreicht wurde dies unter anderem durch die demnächst in Kraft tretende "Straffung" der "Zeit im Bild 3", die Streichung der Zwölf-Uhr-ZiB und ein "Bündel von Maßnahmen" im Personalbereich, "wie in allen anderen Abteilungen des ORF auch", betont er. Konkret zu merken sei der Sparkurs natürlich etwa im Sportbereich, wo man auf die Champions League-Rechte verzichtet hat.

Neues Sport-Magazin "Rasant"

Warten heißt es derzeit noch auf das neue Sport-Magazin "Rasant", das frühestens zu Jahreshälfte on air gehen könnte - "vielleicht aber auch erst im Herbst, da schauen wir uns auch die Konkurrenz an", so Draxler. Runderneuert wird die Vorabend-Illustrierte "Willkommen Österreich" mit einem Service-Schwerpunkt und einer "Wettershow". Wettermäßig soll sich auch in der "ZiB" Neues tun, Details wollte der Direktor aber noch nicht nennen. Schwerpunkte in der Berichterstattung sollen heuer das EU-weite "Jahr der Behinderungen" einerseits und die EU-Erweiterung andererseits sein.

Gerüchte um Draxlers Ablöse

Wiederkehrende Spekulationen über eine mögliche vorzeitige Ablöse seiner Person kommentiert Draxler gelassen. "Die Generaldirektorin hat das klar gestellt, es gibt keine Veränderungen in der Geschäftsführung. Ich glaube, dass das durchaus zu dem Job dazugehört, dass dunkle Gerüchte gestreut werden. Ich bin absolut zuversichtlich, dass ich dieser Geschäftsführung angehöre, so lange unsere Verträge gelten - also bis 2007". (APA)

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