ISS: Russland will mit der NASA reden

7. Februar 2003, 14:50
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Finanzprobleme - Japans geplante Verschiffung seines Forschungsmoduls könnte sich verzögern

Tokio/Houston - Die russische Raumfahrtbehörde will in den kommenden Wochen Gespräche mit der NASA über den weiteren Betrieb der Internationalen Raumstation (ISS) aufnehmen. Wie ihr Direktor Juri Koptew am Donnerstag laut Berichten der Nachrichtenagentur ITAR-TASS erklärte, ist Russland auf die finanzielle Hilfe der anderen Projektpartner angewiesen, um die Versorgung der ISS aufrecht zu erhalten. Die NASA hat alle Raumfährenstarts bis auf weiteres abgesagt. Die russische Raumfahrtbehörde will zunächst keine Touristen mehr in den Weltraum bringen.

Durch die Aussetzung der Shuttle-Flüge durch die NASA benötigt die russische Raumfahrtbehörde Rosawjakosmos nach eigenen Angaben knapp 50 Millionen Dollar (46,2 Mill. Euro) zusätzlich, wenn sie zur Versorgung der Internationalen Raumstation (ISS) einspringen soll. Russland müsse sich auf Zusatzausgaben in Höhe von 1,5 Milliarden Rubel (44 Millionen Euro) einstellen, sagte Rosawjakosmos der Zeitung "Kommersant". Russland ist derzeit das einzige Land der 16 am ISS-Projekt beteiligten Nationen, das bemannte Raumflüge stellen kann.

Verzögerte Verschiffung

Japans geplante Verschiffung seines Forschungsmoduls für die Internationale Weltraumstation (ISS) in die USA wird sich möglicherweise wegen des Absturzes der amerikanischen Raumfähre "Columbia" verzögern. Das deutete die japanische Wissenschaftsministerin Atsuko Toyama am Dienstag nach einem Bericht der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo an. Man werde eine Entscheidung im Zuge von Konsultationen mit der NASA treffen.

Japan hatte geplant, sein Experimentier-Modul "Kibo" (Hoffnung) im März in die USA zu schicken, um es 2006 an Bord eines Space Shuttles zur ISS zu bringen. Die 16 am ISS-Projekt teilnehmenden Länder werden sich in naher Zukunft treffen, sagte Toyama ohne nähere Angaben. Wie verlautete, könnte ein Vorbereitungstreffen von Regierungsvertretern und Raumfahrtbehörden in diesem Monat stattfinden. Im März seien hochrangige Konsultationen in Washington geplant, berichtete Kyodo.

Betroffen vom "Columbia"-Absturz sei unausweichlich auch der am 1. März geplante Start des Space Shuttle "Atlantis", zu dessen Crew der japanische Astronaut Soichi Noguchi gehört, hatte der Direktor der japanischen Raumfahrtbehörde NASDA, Koji Yamamoto, unlängst erklärt.(APA/dpa/AP)

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