Bürgerrechtsgruppe will Microsoft wegen SQL-Slammer klagen

4. Februar 2003, 09:30
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Mit Produkthaftungsgesetz gegen den Softwarekonzern

Eine südkoreanische Bürgerrechtsgruppe plant Microsoft wegen den Auswirkungen des Wurms SQL Slammer zu verklagen. Wie die Korean Times berichtet, will die Organisation People's Solidarity for Participatory Democracy (PSPD) eine Sammelklage gegen den Softwarekonzern einbringen. Die PSPD macht Microsoft für die vom Wurm verursachten Schäden verantwortlich.

Grundlage

Die Bürgerrechtsgruppe begründet ihre Klage mit einem Produkthaftungsgesetz, das seit dem vergangenen Juli in Südkorea in Kraft ist. Das Gesetz macht die Produzenten für Schäden verantwortlich, die durch Fehler in ihren Produkten verursacht wurden. Nach Angaben von PSPD wollen sich mehr als 3.000 Benutzer von Breitbandanschlüssen an der Klage beteiligen.

Nachlässigkeit?

PSPD vertritt die Meinung, dass Microsoft nicht genug getan habe, um die Benutzer von SQL-Servern zu warnen. SQL-Slammer hat für seine explosionsartige Verbreitung am 25. Januar eine seit sieben Monaten bekannte Sicherheitslücke im SQL-Server von Microsoft verwendet. Durch das plötzlich angestiegene Nachrichtenaufkommen ist in Südkorea das Internet zusammengebrochen. Microsoft hätte alle Benutzer von SQL-Servern einzeln warnen müssen, da das Unternehmen ja über die Daten der einzelnen User verfüge, so PSPD. Noch in dieser Woche wollen die Anwälte der Gruppe über eine Klage entscheiden.

Schwächen

Experten von Computersicherheitsunternehmen sind dagegen der Ansicht, dass SQL-Slammer nur eine altbekannte Schwäche in der IT-Industrie nochmals demonstrierte. Systemadministratoren müssen sich mehr und mehr auf den laufenden Betrieb ihrer IT konzentrieren und kommen aus Zeitmangel nicht mehr mit dem Einspielen der Patches nach. (pte)

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