Schuldnerberater als Streetworker

3. Februar 2003, 19:52
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"Letzte" Randgruppen "nachgehend" betreut

Salzburg - Die Schuldnerberatung Salzburg erweitert ihr Angebot: Zusätzlich zur Entschuldungs- und Privatkonkursberatung wird sie ihre Dienste in Hinkunft auch ambulant anbieten. Gemeinsam mit dem Bahnhofssozialdienst der Caritas sollen ab Frühjahr Personen betreut werden, deren soziale Lage sie vom Gang zur Beratungseinrichtung selbst abhält. Finanziert wird das bis 2005 laufende österreichweit erste Pilotprojekt dieser Art zu je 50 Prozent über das vom Europäischen Sozialfonds getragene EU-Gemeinschaftsprojekt "Equal" und aus Mitteln des Bundes.

"Überschuldung und Exekutionsspirale stellen oft wesentliche Hindernisse zum Wiedereinstieg in die Arbeitswelt dar", erläutert Projektleiter Rainer Konderla von der Schuldnerberatung. Insbesonders mehrfach stigmatisierte Menschen, die beispielsweise auch noch mit psychischen Erkrankungen oder Drogenproblemen konfrontiert sind, würden stationäre Beratungseinrichtungen kaum in Anspruch nehmen.

Diesen "letzten Randgruppen" soll mit dieser "nachgehenden Betreuung" geholfen werden, ihre Schuldenproblematik in den Griff zu bekommen. "Niederschwellig" ist dabei nicht nur der Zugang zur Beratung, sondern auch die Tätigkeit der Berater selbst. Als erstes soll einmal erklärt werden, wie man ein Haushaltsbuch führt.

Neben der unmittelbaren Arbeit mit Klienten plant die Schuldnerberatung ferner, die Erfahrungen aus der ambulanten Betreuung in Schulungsunterlagen für andere Sozialeinrichtungen einzuarbeiten. Konderla: "Die haben die schwierige Klientel, wir das Know-How zur Entschuldung." (neu/DER STANDARD, Printausgabe 04.02.2003)

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