TBC-Infektionen meist unbemerkt

3. Februar 2003, 19:47
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Wer sich mit Tuberkulose (TBC) infiziert hat, muss noch lang nicht daran erkranken, erläutert die Wiener Lungenfachärztin Beatrix Schmidgruber. Vielmehr verlaufe die Infektion, die in der Regel direkt von Mensch zu Mensch (Tröpfcheninfektion) erfolgt und nach einer Inkubationszeit von mindestens zwölf Wochen nachweisbar ist, in den meisten Fällen unbemerkt.

In Österreich geht man bei den Über-40-Jährigen von einem Drittel Angesteckter aus. Bei den Unter-20-Jährigen sind es nur zehn Prozent. Die Betroffenen leben mit einem "rund 15 Prozent erhöhten Risiko, akut krank zu werden". Sie selbst "sind nicht infektiös", betont die Fachärztin. Das Schlucken eines Antibiotikums ein halbes Jahr lang bringe die Infektion zum Verschwinden.

Durchaus für Mitmenschen gefährlich sind hingegen die akut Erkrankten. Sie müssen über lange Monate hinweg "mehrere schwere Antibiotika" schlucken. Widrigenfalls drohen Resistenzen des Tuberkuloseerregers: "Dann", so Schmidgruber, "helfen nur noch teure Second Line Drugs".(bri/DER STANDARD, Printausgabe 04.02.2003)

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