Die Wanne ist voll

4. Februar 2003, 20:14
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4.2.2003 - Beim jüngsten Superstar am Medienhimmel handelt es sich um einen Aal namens Aalfred ...

In Zeiten, in denen ein Auftritt im Fernsehen vielen alles gilt und manche sich dafür sogar bereitwillig einsperren lassen, kann es nicht schaden, wieder einmal nachdrücklich auf die negativen Seiten televisionärer Aufmerksamkeit hinzuweisen:

Alles beginnt zum Beispiel mit einer vermeintlich harmlosen Homestory, angefertigt anlässlich eines Jubiläums, die einen im Kreise der lieben Familie zeigt und die gemeinsame Vergangenheit Revue passieren lässt. Man denkt sich also nichts Böses, hat den freundlichen Besuchern mit der Kamera Tür und Tor geöffnet und sonnt sich eben noch ein wenig im warmen Scheinwerferlicht. Und schon hat man plötzlich die Behörden am Hals. Alarmiert von Zeitgenossen, die das ausgestellte stille Glück, das mehr als dreißig Jahre währte, als sein genaues Gegenteil verstanden haben wollen.

Der, dem dies gerade geschieht und dem infolge des ersten Fernsehauftritts im Vorabendmagazin "Brisant" inzwischen auch Günther Jauch bei "Stern TV" die Hand entgegenstreckte, hat bis dato zu dem Rummel um ihn noch keine Stellung bezogen. Was unter anderem daran liegt, dass es sich beim jüngsten Superstar am Medienhimmel um einen Aal namens Aalfred handelt.

Der Fall des wendigen Bochumer Badewannenbewohners beschäftigt in der Zwischenzeit jedenfalls auch schon die Auslandspresse: Der Guardian widmete ihm jüngst eine launige Kolumne - und wenn Sie jetzt immer noch Lust auf einen Fernsehauftritt haben, dann ist Ihnen wohl nicht zu helfen. (irr/DER STANDARD; Printausgabe, 4.2.2003)

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