Britische Forscher: Arnika unwirksam

3. Februar 2003, 17:30
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Kritiker glauben, dass die Studie ungenau ausgeführt wurde und zu wenig repräsentativ sei

London - Forscher der Universität von Exeter haben in einem klinischen Versuch den Beweis erbracht, dass Arnika-Extrakt nicht wirksam sei. Demnach sollen Tabletten mit dem Extrakt der Heilpflanze nach Operationen kaum Wirkung auf Schmerzlinderung oder Abschwellen der Operationsnarbe gezeigt haben. Kritiker argumentieren, dass die Studie ungenau ausgeführt wurde und zu wenig repräsentativ sei, berichtet BBC-online am Montag.

Am Royal Devon & Exeter Hospital wurden 64 Patienten, bei denen ein operativer Eingriff nach einem so genannten Karpaltunnel-Syndrom erfolgte, untersucht. Beim Karpaltunnel-Syndrom wird der die Hand versorgende Nerv (Medianusnerv) durch Bindegewebsstrukturen beim Durchtritt durch den Handwurzelkanal eingeengt. Das klinische Bild ist durch Schmerzen, die besonders in der Nacht auftreten, Taubheitsgefühl und Verlust der Griffstärke charakterisiert. In der Regel führt erst eine Operation zur Besserung der Schmerzsymptomatik und zur vollen Wiederherstellung der Griffstärke.

Arnika-Tabletten

Die Patienten erhielten Arnika-Tabletten. Eine der drei Gruppen erhielt jeweils hohe Dosierungen des Extrakts, die andere niedrige und die dritte bekam Placebos verabreicht. Die Patienten mussten einen Fragebogen in der Art eines "Schmerztagebuchs" führen. Nach Angaben des Studienleiters Edzard Ernst gab es keine signifikante Veränderung bei den Patienten, die Arnika in hohen Dosen zu sich nahmen. Ernst kommt zum Schluss, dass es bessere Methoden gebe, als Geld für homöopathische Arzneimittel auszugeben. Der Mediziner berichtet über die Ergebnisse seiner Studie in der jüngsten Ausgabe des Journal of the Royal Society of Medicine. Der Mediziner räumte allerdings ein, dass individuelle Patienten trotzdem von Extrakten der Pflanze profitieren könnten.

Kritik gab es seitens des britischen Research Council for Complementary Medicine (RCCM). Vorsitzende Janet Richardson kritisiert, dass die Studie an zu wenig Patienten durchgeführt wurde, um zu diesem Schluss zu kommen. "Es mag sein, dass Arnika bei Handwurzelkanal-Eingriffen nicht wirkt, das bedeutet aber nicht, dass Arnika gänzlich unwirksam ist", so die Medizinerin. Im Archiv des RCCM gebe es eine Reihe von Forschungsberichten, die die positive Wirkung von Arnika beschreibe. "Die neue Studie war darüber hinaus schlecht durchgeführt", so die Forscherin. (pte)

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