Freude, keine Überraschung

3. Februar 2003, 17:29
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Der Erfolgslauf des US-Teams in St. Moritz beruht auf langfristiger Aufbauarbeit

St. Moritz - Der kurzer Blick auf den Medaillenspiegel der alpinen Ski-WM in St. Moritz nach zwei Wettkampftagen genügt. Mit Österreich und den USA sind darin nämlich lediglich zwei Länder vertreten. Brüderlich haben sich die beiden Nationen bisher die sechs Medaillen untereinander aufgeteilt. Der Jubel im US-Lager ist groß, die Überraschung über die Erfolge weniger. Man erntet die Früchte einer fünfjährigen, kontinuierlichen Aufbauarbeit.

Olympia ging schief

Auch die Enttäuschung bei Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City wollte man nicht auf sich sitzen lassen. Damals ging bei den Damen völlig leer aus, bei den konnte Bode Miller immerhin zwei Mal Silber (Kombi und Riesentorlauf) holen. "Dort haben wir eine große Lektion gelernt und danach viel Motivation daraus mitgenommen", erklärte Damen-Trainer Jim Tracy. Die Kooperation mit den Österreicherinnen war zwar nie so eng wie eine Zeitlang bei den Herren, Tracy bezeichnet sie aber als "freundschaftlich".

Durchbruch für Mendes

Jonna Mendes, die Bronze-Gewinnerin im Super G, ist eine der erfolgreich an die Weltspitze herangeführten Läuferinnen. Die erst 23-Jährige nimmt in St. Moritz bereits ihr fünftes Großereignis nach zwei Olympischen Spielen (1998 und 2002) sowie zwei Weltmeisterschaften (1999 und 2001) in Angriff. "Ich bin immer noch jung, habe aber schon viel Routine. Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit", strahlte die Athletin aus Lake Tahoe. Bisher war Mendes bei Großereignissen stets unter "ferner liefen" zu finden, ein neunter Rang in der WM-Kombi von St. Anton war das beste Ergebnis gewesen.

Früh im kalten Wasser

Kein unbeschriebenes Blatt ist hingegen Kirsten Clark, obwohl das Silber vom Montag auch für die 25-Jährige die erste Medaille bei einem Großereignis war. Clark kämpft im Weltcup heuer um die kleine Abfahrts-Kristallkugel im Weltcup (ex-aequo-Führung mit Carole Montillet), ist also für diesen WM-Bewerb am Sonntag ebenfalls stark einzuschätzen. "Als Bode mir im Hotel die Medaille zeigte, hat mich das richtig heiß gemacht", meinte Clark. Sie ist bereits ein Routinier im Team der US-Damen. Für Coach Tracy Teil des Programms: "Die Mädels schnuppern früh in Großereignisse rein. Dahinter steckt aber eine ganze Menge Arbeit, die sich nun auszahlt." (APA/red)

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