US-Kapitän: Kontrolle über Bagdad in der ersten Angriffsnacht übernehmen

3. Februar 2003, 16:45
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Todd Wilson: "Ich denke, diesmal werden wir schneller und härter kämpfen"

Manama - Die amerikanischen Militärs im Golf gehen davon aus, schon in der ersten Nacht eines möglichen Krieges gegen den Irak die Kontrolle über die Hauptstadt Bagdad zu erringen. Dies sagte Fregattenkapitän Todd Wilson an Bord des Flugzeugträgers "USS Constellation". Die Marineflieger übten verstärkt für diesen Einsatz, fügte er hinzu. Die USA haben gegenwärtig 90.000 Soldaten in der Region. Die Zahl wird sich in Kürze verdoppeln.

"Teil unserer derzeitigen Aufgabe ist die Patrouille Southern Watch", sagte Wilson. "Unsere Flüge teilen sich auf zwischen der Patrouille und Übungsflügen für den Krieg." Aufgabe von "Southern Watch" ist die Überwachung der Flugverbotszone im Süden des Irak, die die USA und Großbritannien nach dem Golfkrieg 1991 zum Schutz der dort lebenden Schiiten erklärt hatten. "Vor zwei Wochen haben sie wieder auf uns geschossen", berichtete Wilson. "Sie schießen vermehrt auf uns, und nicht etwa aufs Geratewohl. Wenn wir offensiver werden, werden wir mehr Bedrohungen erleben."

Die US-Marine und die Marineflieger bereiteten sich auf das Schlimmste vor, sagte der Fregattenkapitän. "Psychologisch sind wir zum Krieg bereit, der dicht bevorsteht. Ich denke, diesmal werden wir schneller und härter kämpfen als vor zwölf Jahren." Die auf der Marine ruhende Last sei größer als im letzten Golfkrieg, "aber wir haben starke Verbündete wie die Türkei, Kuwait und Saudiarabien".

"Die Moral des irakischen Militärs ist nicht sehr hoch", zeigte sich der Offizier überzeugt. "Heute stehen weniger Leute loyal zu Saddam Hussein. Die irakische Luftwaffe ist nicht mehr das, was sie vor zwölf Jahren war." Er glaube nicht, dass der Irak Kuwait angreifen werde, sagte Wilson. "Aber wenn er es tut, werden wir das Emirat schützen; es ist für uns wichtig. Und überhaupt werden wir das ganze Golfgebiet schützen." Der Fregattenkapitän räumte aber auch ein, dass die geballte US-Militärmacht Selbstmordattacken nicht verhindern könnte. Der irakische Vizepräsident Taha Yassin Ramadan hat im Kriegsfall mit "Tausenden von Selbstmord-Märtyrern" gedroht. (APA/dpa)

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