Von der Billiglösung zum Hochpreisflieger

6. Februar 2003, 11:14
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Jeder Start kostet fast fünfhundert Millionen Dollar

Hamburg - Ursprünglich sollte das Space Shuttle die Raumfahrt billiger machen. Weil von einer zum Teil mehr als 110 Meter hohen Trägerrakete nur die winzige nicht wiederverwendbare Landekapsel zur Erde zurückkehrte, sollte eine "Mehrweg-Lösung" entwickelt werden.

Bereits in den sechziger Jahren begann die Vorentwicklung, endgültig startete das Projekt 1972 - neun Jahre vor dem ersten Start eines Raumgleiters, der Columbia. Gut zwanzig Jahre später, nach dem Bau von sechs Orbitern, ist klar, dass das Space Shuttle trotz zweier tödlicher Unfälle eines der erfolgreichsten, aber auch der teuersten Projekte der Raumfahrt ist.

Millarden-Summen

Ursprünglich sollte die Entwicklung des Trägersystems 5,5 Milliarden Dollar (heute: 5,14 Milliarden Euro) kosten. Die Ausgaben für jeden Flug wurden mit 10,5 Millionen Dollar angegeben - ein Zehntel der Transportkosten einer Trägerrakete. Doch selbst wenn man die Inflation zu Grunde legt, wurde diese Zielmarke weit verfehlt.

Schon 1977, ein Jahr vor dem geplanten Erststart, wurden die Flugkosten mit 24 Millionen Dollar angegeben, die Entwicklungskosten stiegen auf zwölf Milliarden Dollar. Nur die Unterstützung des US-Verteidigungsministeriums konnte das Projekt retten.

Immer teurer

Schon beim Jungfernflug 1981 lagen die Startkosten bei 35 Millionen Dollar. Etwa drei Jahre später hatte sich diese Summe schon verdoppelt. Für den Flug der beim Start explodierten "Challenger" waren 1986 fast 110 Millionen Dollar kalkuliert. Auch wenn das Shuttle damit zehn mal teurer als geplant war, wäre es bei voller Nutzung des Laderaums immer noch günstiger gewesen als eine Trägerrakete.

Da das aber nicht einmal der Fall war, blieb das Shuttle eines der teuersten Raumfahrzeuge der Welt: Der jüngste Orbiter, die 1992 in Dienst gestellte "Endeavour", kostete 2,8 Milliarden Dollar, jeder Start fast fünfhundert Millionen Dollar. (APA/dpa)

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