Sicherheitsprogramm für Tyrolean

3. Februar 2003, 17:00
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AUA-Chef Soerensen präsentiert nach Pannenserie Maßnahmenpaket - "Enormer Imageschaden"

Wien - Die Pannenserie in den vergangenen Wochen bei den Tyrolean Airways rief nun auch die Muttergesellschaft Austrian Airlines (AUA) auf den Plan. AUA-Chef Vagn Soerensen präsentierte am Montag ein Aktionsprogramm und kündigte an, keine neue Dash 8/400 vom kanadischen Hersteller Bombardier zu bestellen, bis nicht alle Fehler des Fliegers behoben sind. Aus dem Vertrag der bereits verwendeten Dash könne man zwar nicht heraus, meinte Soerensen bei einer Pressekonferenz in Wien. Bei Fehlerfindung könne der Hersteller aber zur Verantwortung gezogen werden.

"Lernkurve zu lang"

"Jedes Flugzeug hat Kinderkrankheiten und eine bestimmte Lernkurve zu absolvieren", erklärte Soerensen. "Doch hier ist die Lernkurve zu lang", so Johann Messner, Geschäftsführer bei Tyrolean Airways. In Zukunft werde man sich nur Flugzeuge zur Neuanschaffung anschauen, die bereits zwei bis drei Jahre in Betrieb waren, sagte Soerensen. Bisher habe man mit allen anderen Modellen dieses Typs keine Probleme gehabt, so Messner. Weltweit gebe es aber 75 Dash 8/400, die ähnliche Probleme haben, wie jene bei der Tyrolean. Bei der österreichische Fluglinie habe es seit der Inbetriebnahme im Juni 2000 rund 50 Gebrechen oder Verspätungen durch diese Maschine gegeben.

"Enormer Imageschaden"

Zu den bisherigen Unkosten durch die aufgetretenen Probleme wollte sich die AUA nicht äußern. "Es geht uns nicht um den finanziellen Schaden, sondern um den enormen Imageschaden", meinte Messner. Eine Dash 8/400 kostet jedoch 20 Millionen Dollar (18,5 Millionen Euro). Laut Soerensen habe es durch die Dash-Zwischenfälle noch keine Passagierrückfälle gegeben. "Wenn es aber so weiter geht, wird es dazu kommen."

Aktionsprogramm

Aus diesem Grund wurde von der AUA ein umfangreiches, nunmehr viertes Modifikationsprogramm angesetzt. Dieses bestehe aus einer weiteren Optimierung der Elektronik und Software-Programme sowie der Anpassung technischer Komponenten der Hydrauliksysteme. Nach einem Zwischenfall in Frankfurt, wo eine Dash 8/400 der Tyrolean ein Rad verloren hatte, werden nun alle anderen Fahrwerke der in der Flotte befindlichen Flugzeuge auf mögliche Haarrisse überprüft. Zudem werden die Inspektionsintervalle zusätzlich verkürzt.

Außerdem werde das Technikteam der Tyrolean Airways um zusätzliche neun Spezialisten, ausschließlich für die Dash 8/400 aufgestockt. Das Wartungslager, das für diesen Flugzeugtyp einen Wert von 7,2 Millionen Euro hat, werde um weitere Ersatzteile im Wert von 600.000 Euro bestückt. (APA)

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    In der AUA-Gruppe läuft nach einer Pannenserie bei der Tochter Tyrolean die Fehlersuche auf Hochtouren.

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