Irak für Sondergipfel der Arabischen Liga

3. Februar 2003, 14:46
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"Dummen amerikanischen Drohungen entgegentreten"

Bagdad - Der Irak befürwortet angesichts der US-Kriegsvorbereitungen die Einberufung eines Sondergipfels der Arabischen Liga. Damit könnten die arabischen Staaten eine gemeinsame Position gegen die "aggressiven Drohungen" finden, hieß es in der von Präsidentensohn Udai Hussein herausgegebenen Tageszeitung "Babel" am Montag in Bagdad. Der Vorschlag des Generalsekretärs der Arabischen Liga, Amr Mussa, das für März in Bahrain geplante Gipfeltreffen möglicherweise vorzuziehen, verdiene Unterstützung. Ein Sondergipfel wäre Teil der "wenn auch beschränkten Möglichkeiten der Arabischen Liga, den dummen amerikanischen Drohungen entgegenzutreten".

Der libanesische Staatspräsident Emile Lahoud hatte in seiner Eigenschaft als amtierender Liga-Vorsitzender erklärt, jeder Angriff auf eines ihrer Mitglieder richte sich gegen die Arabische Liga in ihrer Gesamtheit. Lahoud, der im Jänner den irakischen Sondergesandten General Ali Hassan al Majid empfangen hatte, verwies auf die Beschlüsse des Beiruter Gipfels der Arabischen Liga vom März 2002. Die Arabische Liga umfasst 22 Staaten, einschließlich des 1988 von der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ausgerufenen Staates Palästina. (Die PLO war als solche bereits 1976 Vollmitglied der Liga geworden.) Zu den Gründungsmitgliedern der Liga - Ägypten, Irak, Jemen, Jordanien, Libanon, Saudiarabien und Syrien - kamen später Algerien, Sudan, Libyen, Marokko, Tunesien, Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Mauretanien, Somalia, Dschibuti (Djibouti) und die Komoren hinzu. Libyen hat seine Mitgliedschaft vorübergehend einseitig suspendiert. (APA)

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