Gehrer plant "Uni-Frauenbeirat"

12. Februar 2003, 11:21
1 Posting

Rat soll Ministerin über Fortschritte in der Frauenförderung informieren

Wien - Die Einrichtung eines "Uni-Frauenbeirats" plant Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V). Dieser soll die Ministerin laufend über die Verwirklichung der gesellschaftlichen Zielsetzung "Erhöhung des Frauenanteils in leitenden Funktionen an den Universitäten", die in den künftigen Leistungsvereinbarungen mit den Universitäten festgeschrieben wird, informieren und beraten, so Gehrer anlässlich der Beschlussfassung des Bundes-Gleichbehandlungsgesetzes vor zehn Jahren.

Gleichbehandlungsgesetz

Das Gesetz ist für Gehrer ein "Meilenstein für die Gleichbehandlung von Frauen und Männern im öffentlichen Dienst und hat damit auch Vorbildwirkung für die Privatwirtschaft". Die Ministerin fordert, bei gleicher Qualifikation von Frauen und Männern Frauen bevorzugt in Führungsfunktionen zu bestellen. "Und zwar solange, bis Frauen 52 Prozent aller Spitzenpositionen besetzen", erklärte Gehrer.

Geringer Frauenanteil bei den ProfessorInnen

Davon ist man allerdings an den Unis noch meilenweit entfernt, auch wenn es in den vergangenen zehn Jahren Fortschritte gegeben hat. Von 1.610 UniversitätsprofessorInnen waren im Studienjahr 2001/02 109 Frauen, das entspricht einem Frauenanteil von 6,8 Prozent. Im Studienjahr 1992/93 (als das Gleichbehandlungsgesetz in Kraft trat) waren nur 3,5 Prozent der Professoren weiblich. Bei den AssistentInnen hat sich der Frauenanteil von 21,6 Prozent im Jahr 1993 auf zuletzt 25,9 Prozent verbessert. Nach wie vor gibt es an der Spitze der Unis keine Rektorin, allerdings fungieren mehrere Frauen als Vizerektorinnen.

Deutlich zugenommen hat dagegen die Zahl der Studentinnen. Waren 1993 noch 50,7 Prozent der StudienanfängerInnen Frauen, sind es mittlerweile bereits fast 58 Prozent. Unter den ordentlichen in- und ausländischen HörerInnen ist der Frauenanteil von 44,4 auf 52,1 Prozent gestiegen, bei den AbsolventInnen von 42 auf 50,1 Prozent.

Einspruchsmöglichkeiten

Damit auch an den ab 2004 vollrechtsfähigen Universitäten die Frauenförderung ein zentrales Thema bleibe, sei im neuen Universitätsgesetz (UG) die Frauengleichbehandlung in vollem Umfang übernommen und weiterentwickelt worden, betonte Gehrer. So werde das Bundes-Gleichbehandlungsgesetz künftig für alle Angehörigen der Universität Geltung haben. Der Arbeitskreis für Gleichbehandlung sei mit umfassenden Möglichkeiten ausgestattet. So habe bei einem Grund zur Annahme, dass eine Diskriminierung bei Entscheidungen vorliegt, ein Einspruch aufschiebende Wirkung. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
    Bildungsministerin Elisabeth Gehrer
Share if you care.