Keine Zulieferungen aus Österreich vom Absturz betroffen

3. Februar 2003, 14:27
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Indirekte Auswirkungen auf gesamte Industrie aber nicht auszuschließen

Wien - Der Absturz der Raumfähre wird keine unmittelbaren Auswirkungen auf heimische Zulieferfirmen in der internationalen Raumfahrtindustrie haben. "Die österreichische Industrie hat für die Columbia keine Beiträge geliefert, unmittelbar ist von uns also niemand betroffen", so Oskar Beckmann, Obmann des österreichischen Branchenverbands Austrospace am Montag. Indirekte Auswirkungen auf die Finanzierung künftiger Raumfahrtprojekte oder die Entschlossenheit, diese überhaupt durchzuführen, will man in der Branche aber nicht ausschließen.

In der "Austrospace" haben sich sechs österreichische Firmen und drei Forschungseinrichtungen zusammengeschlossen, die Austrospace schätzt den Weltraumtechnik-Umsatz ihrer Mitgliedsunternehmen auf etwa vierzig Millionen Euro. Mitglieder sind Austrian Aerospace, GeoVille, gcs, Magna Steyr Space Technologies, Plansee und Siemens Österreich sowie die Forschungsinstitutionen ARC Seibersdorf research, arsenal research und Joanneum Research.

Wirkung auf die großen Programme

"Ein schreckliches Unglück wie dieses hat aber generell Rückwirkungen auf die großen Programme. Budgetmittel könnten aus Bereichen umgeleitet werden, für die österreichische Firmen arbeiten", sagte Beckmann auf APA-Anfrage. Auch könne dadurch die Entschlossenheit der Entscheidungsträger, den Bereich zu finanzieren, angeschlagen werden. Einen herben Rückschlag für die europäische Raumfahrtindustrie hat es bereits am 11. Dezember gegeben, als eine in Französisch-Guyana gestartete brandneue Ariane-Trägerrakete abstürzte.

Austrian Aerospace, Österreichs größter Hersteller von Weltraumtechnik, ist laut Pressesprecher Gerald Zeynard vom Absturz der US-Raumfähre Columbia jedenfalls direkt nicht betroffen. "Wir liefern keine Teile für das US-Shuttle, es sind derzeit auch keine Experimente mit unserer Beteiligung geplant", so Zeynard gegenüber der APA. Auch Zeynard befürchtet aber langfristige Auswirkungen auf die ganze Branche. So würden wohl - wie immer nach derartigen Katastrophen - Diskussionen über die Sinnhaftigkeit von Weltraumprojekten ausbrechen und neuerliche Sicherheitschecks von bestehenden Systemen angeordnet. (APA)

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