OPEC-Öl wieder etwas preiswerter

3. Februar 2003, 16:26
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Anziehende Produktion in Venezuela lässt Ölpreis sinken

London - Die anziehende Erdölproduktion in Venezuela und die Warnung von OPEC-Mitgliedern vor einer Überversorgung im Frühjahr haben den Ölpreis am Montag wieder sinken lassen. Die befürchteten Lieferausfälle aus der Golfregion durch einen möglichen Irak-Krieg hielten den Preis Händlern zufolge aber über der Marke von 30 Dollar je Barrel. An der Londoner Warenterminbörse kostete ein Barrel (rund 159 Liter) der marktführenden Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im März am Nachmittag 30,70 Dollar (28,6 Euro) und damit 40 Cent weniger als zum Handelsschluss am Freitag.

Streiks in Venezuela zurückgefahren

"Der Streik in Venezuela bröckelt deutlich", sagte Paul Horsnell von J.P. Morgan. "Die Frage ist, wie schnell sie die Produktion wieder hochfahren können." Der bereits neun Wochen andauernde Generalstreik in Venezuela hatte zu erheblichen Lieferausfällen aus dem weltweit fünftgrößten Ölexporteur geführt und die Ölpreise an den internationalen Energiemärkten zeitweise mit nach oben gezogen. Am Sonntag hatte die Opposition, die Präsident Hugo Chavez mit den Arbeitsniederlegungen zum Rücktritt zwingen will, die Aktionen außerhalb der Ölindustrie zurückgefahren.

Nach den Worten von Chavez ist die Erdölproduktion in Venezuela trotz des Streiks inzwischen wieder auf nahezu 1,8 Mio. Barrel pro Tag gestiegen. Streik-Unterstützer aus der Öl-Industrie sprachen dagegen zuletzt von einem Anstieg auf 1,2 Mio. Barrel täglich. Nach Streikbeginn im Dezember waren es lediglich 150.000 Barrel täglich gewesen. Im November hatte sich die tägliche Förderung noch auf 3,1 Mio. belaufen.

Druck auf die OPEC

Eine vollständige Erholung der Ausfuhren aus Venezuela könnte die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) unter Druck setzen, die zuletzt noch angehobenen Fördermengen wieder zu senken. Die OPEC hatte erst im Jänner eine Aufstockung der offiziellen täglichen Fördermenge um 1,5 Mio. auf 24,5 Mio. ab Februar beschlossen, unter anderem um den Ausfällen aus Venezuela entgegenzuwirken. (APA/Reuters)

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