Nur Olympia-Gold glänzt heller

3. Februar 2003, 14:40
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Eberharter nach Sieg im Super G überglücklich: "Das haben nicht viele geschafft" - Toni Giger sieht Maier-Rückkehr positiv für Eberharter - Internationale Pressestimmen

St. Moritz - Gleich der erste Wettkampftag der Alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2003 in St. Moritz brachte eine ÖSV-Party mit sich. Die Siegerehrung des Super G vor rund 5.000 Menschen auf dem Hauptplatz der WM-Stadt wurde am Sonntag dank Gold-Gewinner Stephan Eberharter und dem silbernen Hermann Maier zu einer rot-weiß-roten Angelegenheit. Ein völlig entspannter Eberharter reihte danach im Österreicher-Haus die um den Hals hängende Goldene in seiner Trophäen-Sammlung immens hoch ein - nur das Olympia-Gold im Riesentorlauf von Salt Lake City glänzt für den Tiroler noch heller.

Der Kreis schließt sich

Denn für den 33-Jährigen ist sie Symbol für seine lange Karriere, die ihm 1991 in Saalbach die erste und nun zwölf Jahre später in der Schweiz seine dritte und bis auf weiteres letzte WM-Goldene verschafft hat. "Da wird einem bewusst, dass man seit zwölf Jahren in der Weltspitze dabei ist. Und das haben bisher nur Wenige geschafft." Eberharter, der sich nach dem goldenen Sonntag auf einen freien Montag freute, hat somit bereits Anfang Februar sein Saisonziel 2002/2003 erfüllt. "Denn ich wollte entweder den Gesamt-Weltcup verteidigen oder ein WM-Gold holen".

Material von Snowbasin

Bei seinem Goldlauf hatte Eberharter übrigens wieder jenes Modell verwendet, mit dem er vor einem Jahr in Snowbasin zu Olympia-Silber im Super G gefahren war. Damals hatte der Zillertaler Gold gegenüber dem Norweger Kjetil-Andre Aamodt nur um eine Zehntel Sekunde verpasst und sich nach dem Lauf über unvollständige Funksprüche von Seiten der Trainer-Crew beschwert.

Alle Tiefs und Hochs

Seine zahlreichen, größtenteils verletzungsbedingten Rückschläge sieht Eberharter mit all seiner Routine: "Die Tiefs gehören genauso zu einer Karriere wie die Hochs." Im Laufe der Jahre hat der Zillertaler Einiges im Ski-Zirkus miterlebt, auch unzählige Weiterentwicklungen. "Am auffälligsten ist natürlich die Materialentwicklung, es wird aber auch immer kraftvoller gefahren, immer mehr ohne Rücksicht auf Verluste", berichtete Eberharter, dessen Vater alle Rennen seines Sohnes, also u.a. auch die Gold-Läufe von Saalbach, auf Video archiviert hat.

Giger "kennt einen ganz Großen heraus"

Von seiner im Dezember 2002 in Val d'Isere erlittenen Knieverletzung spürt der Super-G-Champion nichts mehr. Dass sich Eberharter nicht nur körperlich, sondern auch geistig von diesem Rückschlag erholt hat, ist für Herren-Chef Toni Giger ein Zeichen besonderer Stärke: "Da kennt man dann die ganz Großen heraus." Als Geheimnis des Erfolges sieht Giger die unglaubliche Lockerheit des Routiniers, die seit Saisonbeginn zu Tage tritt. "Letzte Saison hatte er anscheinend noch einige Rechnungen zu erledigen", meinte der 39-jährige Giger.

Positiver Effekt der Maier-Rückkehr

Für Giger kam Eberharter auch die Rückkehr von Maier insofern entgegen, dass der Weltcup-Leader nun wieder mehr Zeit für sich selbst hat. "Der ganze Medienrummel kostet doch viel Zeit und Kraft. Der Steff hat die Verlagerung Richtung Hermann positiv aufgenommen." Komplimente gab's für Eberharter nicht nur von seinem Chef Giger, sondern u.a. auch von der italienischen Ski-Legende Alberto Tomba, der dem Österreicher via Handy von ÖSV-Pressemann Robert Brunner herzlich gratulierte. (APA)

Pressestimmen

WM-Zeitung: "Der Triumph des Tigers - Stephan Eberharter fährt im Super G der Konkurrenz davon. Hermann Maier ist trotz seiner Silber-Medaille nicht ganz zufrieden."

Blick: "Eberharter besiegte Herminator-Komplex. Das ist wahre Klasse: Eberharter holte zwölf Jahre nach seinem ersten WM-Titel im Super G gestern seinen letzten. Keine Schweizer Medaille beim WM-Start - der Super-G-Fluch hat uns wieder besiegt."

Bild: "Monster Maier geschlagen! Es war ein glorreicher Auftritt - aber er hat nicht zu Gold gereicht. Ösi-Rivale Stephan Eberharter schnappte ihm noch das Gold weg."

Süddeutsche Zeitung: "Stephan Eberharter hat Ski-Geschichte geschrieben und seinem Dauerrivalen Hermann Maier den WM-Titel im Super-G noch entrissen."

Die Welt: "Ein neues Wunder sollte es vorerst nicht geben. Stephan Eberharter - ausgerechnet - hat Ski-Geschichte geschrieben und seinem Dauerrivalen Hermann Maier noch den Weltmeitertitel im Super G entrissen."

Der Tagesspiegel: "Hermann Maier - Zweiter Sieger, erster Verlierer."

Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Eberharter lässt den Herminator hinter sich. So erstaunlich das Comeback von Maier auch ist, der "Herminator" fühlt sich schon wieder als Verlierer."

Liberation: "Gold für Eberharter, trotz Maier.

  • Eberharter präsentiert sein drittes WM-Gold.

    Eberharter präsentiert sein drittes WM-Gold.

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