Andrang zur "Frankfurter Verlobung"

6. Februar 2003, 12:03
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Beltz-Stück über Joschka Fischer total ausverkauft

Frankfurt/Main - Selten ist in Frankfurt ein Theaterstück mit so viel Spannung erwartet worden wie die Uraufführung der "Frankfurter Verlobung": Die Komödie des 2002 gestorbenen Kabarettisten Matthias Beltz behandelt - ohne ihn direkt zu nennen - die Vergangenheit des deutschen Außenministers Joschka Fischer als linker Aktivist im Frankfurt der 70er Jahre.

Alle Vorstellungen im Februar sind komplett ausverkauft. Fischer hat ebenfalls Karten für die Premiere am 7. Februar bestellt; am Schauspiel ist man aber nicht sicher, ob er tatsächlich kommen kann (oder will).

Das Stück spielt am 11. September 2001. An diesem Tag feiert der 55-jährige Anwalt Gerhard (gespielt von Edgar Selge), ein ehemaliger Revoluzzer, seine Verlobung mit einer Ärztin. Zum Fest kommen der Sohn der Frau mit seiner Freundin. Ihnen sind die inneren Kämpfe fremd zwischen politisch ambitionierter Vergangenheit und einer Zukunft mit sicherem Job und Familie. Ein Gast bei der Feier fehlt noch: Ein früherer Weggefährte, der heute Minister in Berlin ist.

Auch wenn die Figur im Stück konstant nur "Der Minister" genannt wird und "Gerhard" nicht Matthias heißt, ist klar, wer gemeint ist. Beltz und Fischer kannten sich gut aus der Frankfurter Hausbesetzer-Szene, der auch der spätere Terrorist Hans-Joachim Klein angehörte. Als Mitglieder der so genannten Sponti-Szene kämpften sie zuerst den selben Kampf, schlugen dann aber unterschiedliche Wege ein: Beltz begann nach Jahren des "proletarischen Kampfes" am Fließband bei Opel eine Karriere als politischer Komiker, Fischer wurde Berufspolitiker. (APA/dpa)

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    28.05.1974: Teilnehmer einer Demonstration auf der Frankfurter Einkaufsstraße Zeil, die vor den Wasserwerfern der Polizei davonrennen. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin befand sich unter den Demonstranten auch der deutsche Außenminister Fischer (Kreis).

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