ISS-Raumstation durch Columbia-Absturz nicht gefährdet

3. Februar 2003, 13:28
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Europäische Agentur rechnet mit "einigen Monaten" Verzögerung

Paris/Washington - Die Internationale Raumstation (ISS) ist durch den Absturz der US-Raumfähre Columbia nach Einschätzung der Europäischen Raumagentur ESA nicht gefährdet. Das ISS-Programm werde nach dem Shuttle-Unglück "nicht in Frage gestellt", sagte ESA-Sprecher Franco Bonacina am Montag in Paris. Die Versorgung der derzeit an Bord der Station befindlichen drei Raumfahrer sei bis Juni sicher gestellt; schon im April werde voraussichtlich eine russische Sojus zur Raumstation fliegen.

Nach dem Columbia-Absturz rechnet die ESA jedoch damit, dass die US-Shuttle-Flüge "einige Monate am Boden bleiben müssen". Die beteiligten Organisationen müssten in den kommenden Wochen ihre Planungen überarbeiten, erläuterte Bonacina. Verzögerungen seien absehbar.

Flüge im Abstand von sechs Monaten

An dem Sojus-Start im April ist neben zwei russischen Kosmonauten der Spanier Pedro Duque beteiligt. Weitere Sojus-Flüge sollen zumindest im Abstand von jeweils sechs Monaten folgen. Allerdings könne die ISS "nicht vergrößert werden", solange die US-Raumfähre nicht zur Verfügung steht, sagte Bonacina. Im Gegensatz zur Columbia seien die Sojus-Flüge nicht geeignet, große Bauteile ins All zu befördern.

Die Europäische Raumagentur plant selbst keine bemannten Raumflüge. Vor Jahren entschieden sich die Europäer, in diesem Bereich mit den Amerikanern und den Russen zusammenzuarbeiten. Für das Jahr 2004 ist allerdings geplant, dass die europäische Ariane-5-Rakete ein neues Bauteil zur ISS transportiert. Das so genannte ATV-Modul soll an die ISS andocken und die Steuerungsmöglichkeiten im Raum optimieren. (APA/AFP)

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