Österreicher haben Sondierungen satt

3. Februar 2003, 12:40
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market-"Umfrage": Zwei Drittel für ÖVP-SPÖ - Neun Prozent für Schwarz-Blau - Acht Prozent für Schwarz-Grün

Wien - Die Österreicher wollen eine rasche Entscheidung über die Regierungsbildung. Nach Angaben des market-Instituts (400 Befragte) sind drei Viertel der Meinung, dass genügend lang sondiert worden ist. Die ÖVP solle mit konkreten Regierungsverhandlungen beginnen, berichtet das Radio-"Morgenjournal" des ORF. Die liebste Regierungsform wäre demnach den Österreichern die Große Koalition zwischen ÖVP und SPÖ, für die mehr als zwei Drittel votieren. Für Schwarz-Blau können sich neun Prozent erwärmen, und für ein Zusammengehen der Volkspartei mit den Grünen nur acht Prozent.

Letztere Variante ist aber eine, die in den letzten Tagen - zumindest laut Medienberichten - an Wahrscheinlichkeit gewonnen hat. Was die "vertiefenden Gespräche" zwischen ÖVP und Grünen betrifft, soll es Mittwoch oder Donnerstag dieser Woche eine weitere große Runde geben. Dabei könnte sich zeigen, ob die immer noch in der Sondierungsphase befindlichen Gespräche genügend "Substanz" haben, um in sozusagen offizielle Koalitionsverhandlungen zu münden. Dabei gibt man sich von Seiten der Grünen mehr als verschlossen, über den Inhalt der in Kleingruppen vereinbarten Gespräche wird nichts bekannt gegeben.

Jedenfalls müssen sich die Grünen für den Fall der Fälle auch darauf einstellen, eine Bereitschaft für eine Koalitionsbeteiligung bei der "Basis" durchzubringen. Dazu ist dann ein außerordentlicher Bundeskongress notwendig. Die Einberufung dieses Gremiums müsste eine Woche vorher bekannt gegeben werden.

Offiziell lautet die Sprachregelung der Grünen: "Einfach abwarten". Es sei zu früh, jetzt Aussagen zu treffen. Nicht einmal, ob kommenden Samstag ein Erweiterter Bundesvorstand stattfinden wird. (APA)

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