Maier muss in Abfahrtsqualifikation

5. Februar 2003, 18:59
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Hermann Maier, Andreas Schifferer, Klaus Kröll und Olympiasieger Fritz Strobl fahren um zwei freie Plätze für das Rennen am Samstag

St. Moritz - "Zwei aus vier" heißt es im österreichischen Abfahrts-Team der Herren. Seit Montagabend steht fest, dass auch Hermann Maier bei der WM in St. Moritz trotz seiner Silbermedaille im Super-G Abfahrts-Qualifikation fahren muss. Der Salzburger teilt dieses Schicksal mit Olympiasieger Fritz Strobl, Klaus Kröll und Andreas Schifferer - aus diesem Quartett werden sich im Mittwoch-Training jene zwei Herren herauskristallisieren, die gemeinsam mit den drei Gesetzten Hannes Trinkl (Titelverteidiger), Stephan Eberharter und Michael Walchhofer am Samstag an den Start gehen.

Chance für alle Leistungsträger

Nach einer längeren Sitzung der ÖSV-Mannschaftsführung informierte Herren-Chef Toni Giger im Mannschafts-Hotel zunächst die Athleten und danach die Öffentlichkeit von der Entscheidung. Giger begründete folgendermaßen: "Wir haben eine unheimlich starke Mannschaft, und alle, die Leistung gebracht haben, sollen auch die Chance erhalten, sich zu qualifizieren."

Qualifikation am Mittwoch

Geplant ist die Qualifikation für Mittwoch, das erste Training am Dienstag soll laut Giger dem Kennenlernen dienen und wird auf keinen Fall als Grundlage für die Aufstellung zur Hand genommen. "Wenn das Programm nicht so läuft wie geplant, dann wird es am Mittwoch eine neue Entscheidung geben", verweist Giger auf das laut Prognosen schlechter werdende Wetter.

Maier "lernt dazu"

Maier und Co. nahmen die Neuigkeiten gefasst auf. "Ich bin noch nie Quali gefahren. Aber man sieht, dass man im Leben immer dazu lernt", erklärte Maier, ehe er hinzufügte: "Aber eigentlich war ja der Super G von Kitzbühel auch schon eine Qualifikation für mich." Der 30-Jährige hofft, dass das Wetter mitspielt, damit er möglichst viele Läufe auf der für ihn relativ unbekannten Piste in die Beine bekommt. "Morgen werde ich die Strecke besichtigen und dann hoffentlich am Mittwoch ein gutes Training hinlegen."

Strobl einverstanden

Auch Olympiasieger Fritz Strobl blieb gelassen, schließlich kennt der Routinier dieses Szenario bereits, zum letzten Mal im Quali-Einsatz war der 30-Jährige bei der WM 1999 gewesen: "Die Entscheidung ist gefallen und wir werden sie akzeptieren. Für mich ist es in dieser Saison eben bisher nicht so gelaufen - der Modus ist in Ordnung. Ich hoffe, dass ich das hinkriege." (APA)

Schlüsselstellen

* Starthang ("Freier Fall"): Der steilste Starthang der Welt - in sieben Sekunden beschleunigen die Fahrer im "freien Fall" von 0 auf 137 km/h

* Willy's Gate: Das erste Tor ist nach dem Startabschnittschef Willy Bassin benannt

* Cürva (= Kurve): Stark überhöhte Rechtskurve

* Suvretta-Kante (= Alpweide)

* Mauritius: Nach dem Schutzpatron von St. Moritz benannt. An dieser Stelle visiert der Läufer die Turmspitze der Dorfkirche Mauritius in St.-Moritz-Dorf an

* Mauer: Auf Grund seiner Steilheit und seines felsigen Untergrunds hieß dieser Sprung bereits bei der WM 1974 Mauer

* Felsen: Auch dieser Sprung hatte auf Grund des felsigen Gebietes bereits 1974 seinen Namen

* Alp Giop: (= Wacholderstrauch): Diese Passage ist nach einer kleinen Alpenhütte in unmittelbarer Nähe der Piste benannt

* Rominger: Der Sprung erinnert an den vierfachen Schweizer Weltmeister Rudolf Rominger (1934,36,38,39)

* Lärchensprung: Die markante Lärch am Sprung - der einzige Baum im gesamten Gelände - ist Namensgeberin

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