Schloss Orth wird Besucherzentrum für Nationalpark Donau-Auen

3. Februar 2003, 12:05
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Projekt kostet vier Millionen Euro

Orth an der Donau - Hainburg ist tot, es lebe Schloss Orth - Die Diskussionen um das Besucherzentrum des Nationalparks Donau-Auen sind zu Ende. Geht es nach den Betreibern, so soll die romantische Wasserburg ab Frühling 2005 als "Tor" zum Nationalpark eröffnet werden. Die Kosten für das Projekt werden mit rund vier Millionen Euro beziffert.

"Natürlich tut es mir um den Standort Hainburg leid", sagt Nationalpark-Direktor Carl Manzano zur APA. Rund um das Bauvorhaben war in den vergangenen Jahren ein zum Teil sehr emotionell geführter Disput zwischen Gegnern und Befürwortern entbrannt. Um eine mögliche Eskalation zu vermeiden, begab man sich seitens der Nationalpark-Verwaltung auf die Suche nach einem neuen Platz. Und mit Schloss Orth scheint nun die Location gefunden. "Es ist mehr als ein würdiger Ersatz", so Manzano.

Gemeinde Orth beteiligt sich

An dem Millionenprojekt werden sich neben dem Nationalpark auch die Gemeinde Orth an der Donau sowie die Burghauptmannschaft, die den Hausherrn - die Republik Österreich - vertritt, finanziell beteiligen. Letztere wird für die Sanierung der Fassade aufkommen. Schon jetzt "betreten" rund drei Viertel aller Nationalpark-Besucher die Donau-Auen in Orth.

Für die Gemeinde selbst ist die Entscheidung ein absoluter Glücksfall. Bürgermeister Johann Mayer zeigte sich in den "Au-News" begeistert: "Für die Betriebe und die Gemeinde wird es von Vorteil sein. Eine Sicherung der Existenz vieler Unternehmen und daraus folgend auch die Sicherung der Nahversorgung wird eine der positiven Auswirkungen sein." Die Zustimmung für das Projekt ging durch alle im Gemeinderat vertretenen Fraktionen.

Ambiente

Neben dem Besucherzentrum im Schloss Orth werden auch andere Anlaufpunkte des Nationalparks errichtet oder revitalisiert: So soll etwa das verfallene Uferhaus in Stopfenreuth wachgeküsst und ein Info-Punkt bei der Schiffsanlegestelle in Hainburg gebaut werden. Im Schloss Eckartsau - wo bereits ein Info-Punkt besteht - wird der Schlosspark saniert. Aber auch in Orth gibt es wieder Hoffnung für Donau- und Fischereimuseum, denen schon seit längerer Zeit das Aus droht.

Die Nationalpark-Verwaltung genießt bereits seit Jahresbeginn das Ambiente des altehrwürdigen Gemäuers, das schon Kronprinz Rudolf als Domizil diente. Im barocken Anbau fühlen sich die Mitarbeiter mittlerweile heimisch. Lediglich ein Teil der Möbel muss noch geliefert werden, weshalb auch der Termin für den im März geplanten Tag der offenen Tür noch nicht genau feststeht. (APA)

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