"the >wartime< project" - Virtuelle Reflektionen gegen den Krieg

3. Februar 2003, 12:01
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Widerstand von Künstlern im Internet

In der gemeinsamen Initiative "the >wartime< project"="" versuchen="" digitale="" netzkünstler="" aus="" aller="" welt,="" an="" das="" grauen="" und="" die="" zerstörungskraft="" eines="" krieges="" zu="" erinnern.="" über="" 80="" künstler,="" einzelpersonen="" oder="" gruppen="" haben="" sich="" bereits="" an="" dem="" online-projekt="" zum="" friedlichen="" widerstand="" gegen="" kriegerische="" auseinandersetzungen="" beteiligt.="" mit="" ihren="" gewalt,="" tod="" und="" zerstörung="" reflektierenden="" werken="" richten="" sie="" sich="" gegen="" vergangene,="" gegenwärtige="" und="" zukünftige="">

Frei

Den Anstoß gaben im vergangenen November die Szenarien eines US-Angriffs gegen den Irak, doch das Projekt hat nach Angaben seines Initiators Andrew Forbes, der in London lebt, einen globaleren Anspruch. In einzelnen Kurzvideos oder auf interaktiven Internet-Seiten abrufbar unter http://offline.area3.net/wartime haben die Netz-Künstler ihren Assoziationen freien Lauf gelassen.

"In Memory do we trust?"

Eine "inoffizielle Tourismus-Homepage" von Verona scheint auf den ersten Blick eine Fremdenverkehrswerbung für die oberitalienische Stadt zu sein - doch die Fotos zeigen Zerstörungen durch Bombenhagel und Krieg. Das mit "dlsan" unterzeichnete Projekt "In Memory do we trust?" will ein Zeichen gegen eine Kriegsbeteiligung durch Italien setzen. Durch eine virtuelle Überblendung von Fotos aus New York mit Bildern aus dem zerstörten Grosny hat ein New Yorker Netz-Künstler die Straßenbilder der beiden Städte angeglichen.

Peter Weibel, Ausstellungskurator und Vorstand des Zentrums für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe, hält es für möglich, dass virtuelle Kunst etwas verändert und zu konkreter politischer Aktion führt. Da das Medium Internet die Menschen dazu ermutige, auch andere Standpunkte kennenzulernen, würden sich die Positionen nicht so verhärten. "Für Künstler und Bürger, die gegen den Krieg kämpfen, könnte es ein nützlicher Raum sein", so Weibel gegenüber der "New York Times". (APA)

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