Reflexionen über Gewalt, Tod und Zerstörung

3. Februar 2003, 11:47
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Internationale Initiative "the wartime project" - Das Internet als nützlicher Raum für "Antikriegs-Kämpfer"

Washington/London - In der gemeinsamen Initiative "the >wartime< project" versuchen digitale NetzkünstlerInnen aus aller Welt, an das Grauen und die Zerstörungskraft eines Krieges zu erinnern. Über 80 KünstlerInnen, Einzelpersonen oder Gruppen haben sich bereits an dem Online-Projekt zum friedlichen Widerstand gegen kriegerische Auseinandersetzungen beteiligt. Mit ihren Gewalt, Tod und Zerstörung reflektierenden Werken richten sie sich gegen vergangene, gegenwärtige und zukünftige Kriege.

Interaktiv abrufbare Projekte

Den Anstoß gaben im vergangenen November die Szenarien eines US-Angriffs gegen den Irak, doch das Projekt hat nach Angaben seines Initiators Andrew Forbes, der in London lebt, einen globaleren Anspruch. In einzelnen Kurzvideos oder auf interaktiven Internet-Seiten abrufbar unter offline.area3.net/wartime haben die Netz-Künstler ihren Assoziationen freien Lauf gelassen.

Zeichen gegen Kriegsbeteiligungen

Eine "inoffizielle Tourismus-Homepage" von Verona scheint auf den ersten Blick eine Fremdenverkehrswerbung für die oberitalienische Stadt zu sein - doch die Fotos zeigen Zerstörungen durch Bombenhagel und Krieg. Das mit "dlsan" unterzeichnete Projekt "In Memory do we trust?" will ein Zeichen gegen eine Kriegsbeteiligung durch Italien setzen. Durch eine virtuelle Überblendung von Fotos aus New York mit Bildern aus dem zerstörten Grosny hat ein New Yorker Netz-Künstler die Straßenbilder der beiden Städte angeglichen.

Weibel: Internet als "nützlicher Raum" für Antikriegs-Kämpfer

Peter Weibel, Ausstellungskurator und Vorstand des Zentrums für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe, hält es für möglich, dass virtuelle Kunst etwas verändert und zu konkreter politischer Aktion führt. Da das Medium Internet die Menschen dazu ermutige, auch andere Standpunkte kennenzulernen, würden sich die Positionen nicht so verhärten. "Für Künstler und Bürger, die gegen den Krieg kämpfen, könnte es ein nützlicher Raum sein", so Weibel gegenüber der "New York Times". (APA)

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