Brennpunkt Destilleriekunst

11. Februar 2003, 19:58
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Keine trockenen Führungen und exquisite Destillierkunst: Dafür steht das Schnapsmuseum in Wien-Meidling

An Zeiten, als der Haushaltsvorstand im Keller ganz privat vorm aufgeheizten Kessel wachte, um dem darin köchelnden Sud vergärten Obstes oder Getreides den Geist zu entziehen, erinnert das nicht nur nostalgische Alt-Wiener Schnapsmuseum. Dort betreibt die Familie Fischer seit 1875 und mittlerweile fünf Generationen einen Meisterbetrieb der Schnapsbrennerei. Nostalgisch ist dabei nur die Einrichtung des Schönbrunner Patrizierhauses (Comptoir mit Jahrhundertwende-Möbel und Compositionsraum). Handfester wird's, je näher man dem Herzen des Unternehmens kommt, dem Destillierraum. Hier dampft ein zwei Tonnen schwerer Kupferkessel, bis Edelbrände nach geheimster Rezeptur ("vom Vater zum Sohn") in die letzte Runde träufeln.

Hausherr Gerry Fischer hält dazu einen gar nicht trockenen Vortrag über den Brennvorgang sowie den Unterschied zwischen Brand und Geist. Man besichtigt andere (historische) Gerätschaften: Das hierbei angeeignete Fachwissen macht so manchen Disput unter Weinkennern bitter Konkurrenz. Zum Abschluss: Einkaufsmöglichkeit. Tipp: Goldlikör. (afze/DER STANDARD, Printausgabe, 1./2.2.2003)

Alt-Wiener Schnapsmuseum
1120 Wien
Wilhelmstraße 19-21

01/815 73 00
Führungen nach Voranm.
Mo-Fr, 9-17 Uhr

Link

Schnapsmuseum

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    foto: schnapsmuseum
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