Industrie meldet erste Erholungsanzeichen

3. Februar 2003, 19:07
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Beschäftigungsabbau geht jedoch weiter

Wien - Erstmals seit Oktober des Vorjahres deuten steigende Werte im Einkaufsmanagerindex (EMI) der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) Erholungstendenzen in der heimischen Industrie an. Dank einer stärkeren Inlandsnachfrage legte der EMI im Jänner von 48,9 auf 50,3 Punkte zu. Ein Wert jenseits der 50-Punkte-Marke zeigt Wachstum der Industrieproduktion an.

Trotz der positiven Signale ist für BA-CA-Ökonom Stefan Bruckbauer die weitere Industrieentwicklung unsicher. Der Volkswirt führt dies weniger auf die Folgen eines möglichen Irakkrieges zurück, denn auf die weitere Entwicklung bei Österreichs wichtigsten Handelspartner Deutschland sowie jene des Euro-Dollar-Kurses.

Aber Jobabbau

Die Unsicherheit über den weiteren Konjunkturverlauf in der Industrie spiegelt laut Bruckbauer auch die Entwicklung des Beschäftigungsindex wieder. Dieser blieb im Jänner mit einem Wert von 46,6 (Dezember 2002: 47,1) neuerlich unter der 50-Punkte-Marke. Insgesamt hat Österreichs Industrie in den vergangenen beiden Jahren vier Prozent der Beschäftigten abgebaut.

"Es gibt erste Anzeichen, dass Österreichs Industrie seine rückläufige Entwicklung dank einer stärkeren Inlandsnachfrage überwinden kann", sagte Bruckbauer. Die Industrienachfrage aus dem Ausland schätzt der Ökonom weiterhin rückläufig ein. Allerdings sehen Industzrieunternehmen den Stand der Auslandsaufträge nicht mehr ganz so pessimistisch wie noch vor einem Monat.

Leichter Aufwärtstrend

Auch Daten der Statistik Austria - allerdings erst für den Monat Oktober - belegen den leichten Aufwärtstrend in der heimischen Sachgüterproduktion (Industrie plus Bauwirtschaft). Dieser Sektor erzielte im Oktober 2002 einen Umsatzanstieg um 0,3 Prozent auf 12,4 Mrd. Euro, die Produktionsmenge stieg um 0,4 Prozent. Allein in diesem Monat sank die Zahl der Beschäftigten im Sachgüterbereich um 2,7 Prozent.

Allerdings sind die Auftragsbücher voll: So wiesen die Betriebe von 13 erhobenen Branchen per Ende Oktober 2002 Auftragsbestände in der Höhe von 19,3 Mrd. Euro aus, was einem Anstieg im Vorjahresvergleich um acht Prozent entspricht. (red, APA, DER STANDARD, Printausgabe 4.2.2003)

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