Wissenschaft und Wirtschaft dominieren Uni-Räte

3. Februar 2003, 11:02
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Nur zehn Frauen in den Gremien vertreten

Wien - Wissenschafts- und Wirtschaftsvertreter dominieren bei der Zusammensetzung der von den Gründungskonventen der einzelnen Hochschulen gewählten Mitglieder der Universitätsräte. Bis 31. Jänner hatten die künftig 21 Unis Zeit, "ihre" Vertreter in diese für die künftige Ausrichtung der Universitäten wichtigen Gremien zu schicken. Auffallend: Der verhältnismäßig geringe Frauenanteil der ausgewählten Uni-Räte - nur zehn der 59 von den Unis bestellten Mitglieder sind weiblich.

Die Gründungskonvente haben die Zahl der Universitätsräte mit fünf, sieben oder neun Mitgliedern festgelegt und - je nachdem - zwei, drei oder vier Mitglieder selbst bestimmt. Eine gleich große Anzahl je Uni wird von der Bundesregierung auf Vorschlag von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) bis Ende Februar ernannt, anschließend wählen alle bis dahin bestimmten Mitglieder pro Universität gemeinsam je ein weiteres.

Die Zusammensetzung der von den Unis bestellten Räte liest sich zum Teil wie das Who Is Who der heimischen Wirtschaft: Vertreten sind unter anderem Nationalbank-Gouverneur Klaus Liebscher (Wirtschaftsuniversität Wien) und -Vizegouverneurin Gertrude Tumpel-Gugerell (Uni Wien), Ex-Vizekanzler sowie AT&S- und Salinen AG-Aufsichtsratschef Hannes Androsch (Montanuni Leoben), Mobilkom-Generaldirektor Boris Nemsic und Ex-Wiener Städtische Generaldirektor Siegfried Sellitsch (Technische Universität Wien), Montana-Chef Alexander Kahane (Universität für angewandte Kunst), Staatsdruckerei-Aufsichtsrats-Chef Johannes Strohmayer (Medizinische Universität Wien) und Sanochemia-Aufsichtsratsvorsitzender Werner Frantsits.

Den höchsten Anteil in den Uni-Räten stellen die Wissenschafts-Vertreter: Zu einem großen Teil wurden Personen bestellt, die schon früher in verschiedenen Leitungsfunktionen an den Universitäten tätig waren und Erfahrung in der Uni-Politik haben. Außerdem haben die Hochschulen auf ausländisches Know-How zurückgegriffen und Wissenschafter aus anderen Staaten geholt.

Geringer repräsentiert sind der Kultur- und Mediensektor: Prominente Vertreter des Kulturbereichs in Uni-Räten sind etwa die Autorin Marlene Streeruwitz (Akademie der Bildenden Künste Wien), die Künstlerin und Kunsttheoretikerin Valie Export (Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz) sowie Bundestheater-Geschäftsführer Georg Springer (Mozarteum) und Peter Pakesch, Intendant des Steiermärkischen Landesmuseum Joanneum (Technische Universität Graz). Der Mediensektor wird unter anderem durch TW-1-Direktor Friedrich Urban (Mozarteum Salzburg) sowie den Vorsitzenden des Klubs der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten und Ex-ORF-Hörfunkchef Manfred Jochum (Uni Klagenfurt) vertreten.(APA)

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