Hochwasserstudie: Warnung kam zu spät

3. Februar 2003, 19:55
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Kommunikation der Helfer teils mangelhaft

Linz - Eine Studie der Linzer Kepler-Universität zur Hochwasserkatastrophe im vergangenen August stellt den Einsatzkräften und Hilfsorganisationen im Großen und Ganzen ein gutes Zeugnis aus. Einige Kritikpunkte bleiben dennoch.

Untersucht wurde die Gemeinde Schwertberg im Unteren Mühlviertel, eine der am stärksten betroffenen Regionen Oberösterreichs. Von den insgesamt 1800 Gebäuden in der Gemeinde waren 260 mehr oder minder stark überflutet worden. Studenten des Institutes für Gesellschafts-und Sozialpolitik befragten Bewohner und Unternehmer. Am Montag wurde am Linz das Ergebnis der Untersuchung präsentiert.

Die Einsatzkräfte ernteten dabei von den Bürgern generelles Lob. Das Katastrophenmanagement habe funktioniert, einzig die Kommunikation zwischen den Helfern wurde als verbesserungswürdig empfunden. Abhilfe könnte hier eine einheitliche Funkfrequenz schaffen. Das Projekt Adonis soll diese ermöglichen, wird aber voraussichtlich erst im Jahr 2005 in ganz Österreich umgesetzt sein.

Noch wichtiger ist den Schwertbergern laut Studie allerdings die rechtzeitige Warnung vor Hochwassern. Besonders die zweite Flutwelle habe sie teils unvorbereitet getroffen.

In diese Kerbe schlagen auch die Unternehmer des Ortes, die Schäden zwischen 100.000 und 130 Millionen Euro erlitten haben. Manche Betriebe hatten bereits mit den Aufräumarbeiten begonnen, als die zweite Flut durch den Ort schwappte. Abwandern will aber kein Betrieb, berichten die Studienautoren.

Aufgrund der Kritikpunkte regen die Verfasser der Untersuchung daher einen "generellen Plan über die Kompetenzverteilung, Koordination und Nachbetreuung" bei ähnlichen katastrophalen Naturereignissen an. (moe/DER STANDARD, Printausgabe 04.02.2003)

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