Adcon Telemetry rutscht tiefer in die Verlustzone

3. Februar 2003, 14:51
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Deutlicher Nachfragerückgang

Klosterneuburg/Wien - Der am Frankfurter Neuen Markt notierte Hersteller von digitalen Funkübertragungssystemen, Adcon Telemetry (Klosterneuburg), ist "auf Grund eines deutlichen Nachfragerückganges im vierten Quartal und damit verbundener unerwarteter zusätzlicher Altlasten und Restrukturierungskosten" 2002 tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) fiel vorläufigen Berechnungen zufolge von minus 1,85 Mio. Euro auf minus 4,97 Mio. Euro, hieß es am Montag in einer Ad-hoc-Mitteilung. Das Betriebsergebnis (EBIT) ging von minus 5,08 Mio. Euro auf minus 9,54 Mio. Euro zurück. Der Umsatz reduzierte sich von 16 Mio. Euro auf 15,05 Mio. Euro.

Allerdings sei nur ein kleiner Teil der Altlasten-Bereinigung Cash-wirksam, hieß es weiter. Die Liquidität des Unternehmens sei daher aus heutiger Sicht für das Geschäftsjahr 2003 gesichert. Mit der Restrukturierung sei auch die Basis für ein weiteres Wachstum gelegt.

2003 anhaltend schwierig erwarted

Für 2003 erwarte der Vorstand "noch ein anhaltend schwieriges erstes Halbjahr". Auf Basis der Markteinführung neuer Produkte sei aber mit einer deutlichen Ergebnisverbesserung und Absicherung der wirtschaftlichen Lage im zweiten Halbjahr 2003 zu rechnen. Ab Juli 2003 werde Adcon auch wieder auf den Wachstumskurs zurückkehren und seinen technologischen Entwicklungsvorsprung am Markt realisieren.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr seien vor allem in den USA bereits zugesagte Aufträge konjunkturbedingt ausgeblieben. Dazu seien "existenzielle Absatzprobleme bei einem großen, weltweit tätigen Kunden im Agrarbereich" gekommen. Die daraus entstehenden Umsatzausfälle und Lieferverzögerungen hätten Adcon erhebliche Kosten verursacht. In den vergangenen Wochen haben der Vorstand daher eine substanzielle Neueinschätzung des Marktes vorgenommen, zumal sich auf konjunktureller Ebene keine Änderung der Nachfrage für die existierenden Agrarprodukte abzeichne. Adcon müsse daher noch im Jahresabschluss 2002 "umfangreiche Wertberichtigungen bei Kundenforderungen und eine Neubewertung der Lagerbestände im Bereich Anwendungen in der Höhe von über 2,40 Mio. Euro" durchführen. Das Management in den USA sei gegen Ende des Vorjahres neu besetzt worden.

Restrukturierungen "zeigen Erfolge"

Während der Umsatz im Geschäftsbereich Anwendungen um 24 Prozent zurückging, wuchs der Umsatz im Bereich Technologie um etwa 27 Prozent. Die Entwicklung des neuen Funk-Chips "ASTRX1" (Entwicklungsname SSTAR) verlaufe planmäßig, erste Prototypen seien im Test. Probleme in der Zulieferung von externen Bauteilen hätten allerdings zu einer Verschiebung des Produktionsstarts der Funkplatine addLINK auf Beginn des zweiten Quartals 2003 geführt. Aufgrund der Verschiebung eines in der Planung beinhalteten Auftrages hätten sich erwartete Einmallizenzzahlungen in das laufende Jahr verschoben. Trotz guter Kundenakzeptanz seien im Segment Technologie im Jahresabschluss 2002 ebenfalls Impairment-Abwertungen auf aktivierte Entwicklungskosten in Höhe von rund 0,6 Mio. Euro anzusetzen.

Die in den Bereichen Anwendungen und Technologie erfolgten Restrukturierungen hätten nach Angaben des Vorstandes "messbare Erfolge" gezeigt. Durch den unerwarteten Umsatzrückgang würden wesentliche Auswirkungen auf das Ergebnis aber erst später sichtbar werden, da sie auch Kosteneinsparungen in Produktion und Entwicklung zum Ziel hatten. Im Anwendungsbereich will Adcon künftig die Kundenbasis, die bisher fast ausschließlich auf den Landwirtschaftsbereich beschränkt war, verbreitern. Neue Produkte und ein neues Management in den USA sollten die Gesundung des Bereiches Anwendungen im laufenden Jahr unterstützen.

Das endgültige Jahresergebnis 2002 und einen konkreter Ausblick für 2003 will Adcon planmäßig am 27. März 2003 veröffentlichen.(APA)

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