Belfast: Splittergruppe bekennt sich zu Mord an UDA-Mitgliedern

3. Februar 2003, 16:14
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Red Hand Defenders übernehmen Verantwortung für tödlische Schüsse auf zwei Mitglieder

Belfast - Eine protestantische Splittergruppe hat sich am Sonntag zum Mord an zwei Mitgliedern der Untergrundorganisation UDA bekannt. In einer Stellungnahme erklärte die Gruppe Red Hand Defenders, sie sei für die tödlichen Schüsse auf John Gregg und Robert Carson in Belfast verantwortlich. Die Polizei vermutet, dass eine Fehde innerhalb der Ulster Defence Association (UDA) zu der Tat führte.

Der UDA-Kommandeur Gregg und Carson saßen in der Nacht zum Sonntag in einem Taxi, als an einer Ampel plötzlich das Feuer auf sie eröffnet wurde. Der Taxifahrer überlebte schwer verletzt und befand sich am Sonntagabend noch in einem kritischen Zustand. Die Polizei vermutete bereits kurz nach den Schüssen, dass eine Splittergruppe der UDA unter Johnny Adair die Tat beging. Zwei von dessen Anhängern wurden festgenommen. Das Auto der Verdächtigen wurde im Westen Belfasts gefunden. Die Behörden warnten nach dem Attentat vor neuen Unruhen in Nordirland.

Die Fehde zwischen Adair und rivalisierenden protestantischen Untergrundkämpfern hat in den letzten drei Jahren mehr als ein Dutzend Menschen das Leben gekostet. Gregg hatte wegen eines Mordanschlags auf Sinn-Fein-Führer Gerry Adams 1984 eine 18-jährige Haftstrafe verbüßt. Sinn Fein steht der katholischen Untergrundorganisation Irisch-Republikanische Armee (IRA) nahe.(APA/AP)

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