Nordkorea: Armee für den Fall eines US-Angriffs gewappnet

3. Februar 2003, 07:56
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Radio Pjönjang meldet: "Unsere Armee und unser Volk sind in voller Kampfbereitschaft"

Seoul - Der als Sprachrohr der kommunistischen Führung Nordkoreas geltende Radiosender Radio Pjöngjang hat am Montag gemeldet, dass die Armee des Landes für den Fall eines US-Angriffs kampfbereit sei. Der Sender berichtete, Armeechefs hätten Staatschef Kim Jong Il ihre Loyalität versichert. Kim selbst habe am Wochenende zwei Armeeeinheiten besucht. Südkoreas Verteidigungsministerium teilte mit, es habe keine ungewöhnlichen Truppenbewegungen in Nordkorea festgestellt. Seit Beginn des Atomstreits im Oktober hatte die Führung in Pjöngjang immer wieder einen scharfen Ton gegenüber den USA angeschlagen. Die USA haben Vorwürfe Nordkoreas zurückgewiesen, einen Angriff auf das Land zu planen.

"Unsere Armee und unser Volk sind in voller Kampfbereitschaft, um unüberlegten militärischen und politischen Schritten der imperialistischen Kriegsfalken der USA zu begegnen" meldete Radio Pjöngjang. "Wir werden mit ganzem Herzen der weisen Führung des Generals (Kim Jong Il) folgen, hieß es.

In den vergangenen Monaten hatte sich das Verhältnis zwischen den USA und Nordkorea stark verschlechtert. Anlass war, dass Nordkorea nach US-Angaben entgegen einem Abkommen von 1994 sein Atomprogramm fortgesetzt hat. Die USA stellten daraufhin ihre in dem Abkommen zugesagten Heizöllieferungen an das Land ein. Nordkorea trat anschließend aus dem Atomwaffensperrvertrag aus.

Die USA haben bekräftigt, den Konflikt mit Nordkorea friedlich lösen zu wollen. Angesichts des Atomstreits hatte der Befehlshaber der US-Truppen im Pazifik-Raum in der vergangenen Woche eine Verstärkung der US-Truppen in Südkorea von mehreren tausend Mann und die Verlegung von Langstreckenbombern angefordert. US-Verteidigungskreisen zufolge will der Oberbefehlshaber Thomas Fargo damit im Fall eines Krieges der USA gegen den Irak Nordkorea vor "Abenteuern" abschrecken. Die USA haben rund 37.000 Soldaten in Südkorea stationiert.(APA/Reuters)

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