Kriegsdrohung kostet Autofahrer 130 Millionen Euro

2. Februar 2003, 20:33
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Auch österreichischer Fiskus schneidet mit 26 Millionen Euro mit - Ölpreis in Vorkriegszeit von 23,80 auf zuletzt 30,58 Dollar gestiegen

Wien - Die seit Monaten anhaltende Kriegsgefahr im Irak kommt den österreichischen Autofahrer teuer zu stehen. Nach jüngsten Berechnungen des Autofahrerclubs ARBÖ haben die heimischen Autofahrer in Form höherer Treibstoffkosten bereits 130 Mio. Euro für die laufenden Kriegsandrohungen bezahlen müssen.

Seit Juni 2002 ist der Ölpreis kontinuierlich von 23,80 Dollar auf mittlerweile über 30 Dollar gestiegen. Ein Fass (159 Liter) Öl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) kostete am Ende der Vorwoche 30,58 Dollar. Während der Rohölpreis in der ersten Hälfte des Jahres 2002 durchschnittlich 22,6 Dollar ausmachte, lag er in der zweiten Hälfte bei 27,2 Dollar, die durchschnittliche Verteuerung lag damit schon im zweiten Halbjahr 2002 bei 5 Dollar.

Mehrbelastung von 130 Millionen Euro

Nach der Faustregel - 1 Dollar Ölpreiserhöhung bringt 0,7 Euro-Cent Spritpreiserhöhung - bedeute dies eine Erhöhung der Benzin- und Dieselpreise um durchschnittlich 3,63 Cent je Liter. Bei einem Halbjahresverbrauch von 3,6 Milliarden Liter (nur Diesel und Eurosuper) ergebe sich damit eine Mehrbelastung von 130 Mio. Euro, betont ARBÖ-Generalsekretär Rudolf Hellar.

Mit der Verteuerung steigt auch das Mehrwertsteueraufkommen. Laut ARBÖ-Berechnungen haben die steigenden Ölpreise dem Finanzminister über die Mehrwertsteuer auf Sprit im zweiten Halbjahr 2002 Mehreinnahmen von 26 Mio. Euro gebracht.

Hoffnung auf Entspannung

Seit Jahresbeginn 2003 steigen die Spritpreise unterdessen weiter. Im Jänner haben sich die durchschnittlichen Preise für Eurosuper in Österreich laut ARBÖ bereits um 4 Cent auf zuletzt 0,897 Euro und die für Diesel um zwei Cent auf 0,748 Euro nach oben bewegt. Erst am Mittwoch haben die heimischen Mineralölkonzerne die Tiefpreise um bis zu 3 Cent je Liter angehoben.

Trotz steigender Kriegsgefahr - für den Konsumenten gibt es dennoch Grund zur Hoffnung auf eine Entspannung am Treibstoffmarkt. Vor dem ersten Golfkrieg 1991 war der Ölpreisanstieg laut ARBÖ noch deutlicher gewesen. Die durchschnittliche Erhöhung lag demnach damals bei 10 Dollar. Ein halbes Jahr vor Kriegsausbruch (von Juni 1990 bis Dezember 1990) war der Rohölpreis pro Barrel von 13,1 auf 24,19 Dollar gestiegen und hatte im Oktober sogar einen Spitzenwert von 31,85 Dollar erreicht. Im Krieg selbst war der Ölpreis aber dann zunächst im Jänner auf 20,7 Dollar und im Februar sogar auf 15,3 Dollar gefallen.(APA)

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