NASA soll kritische Sicherheitsberater entlassen haben

3. Februar 2003, 16:29
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US-Raumfahrtbehörde: Wir wollten jüngere Leute in den Expertenrat bringen

New York - Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat nach einem Bericht der "New York Times" Experten aus einem Beratergremium entlassen, die vor Sicherheitsmängeln bei den Raumfähren gewarnt haben, sollte der NASA-Etat nicht erhöht werden. Nach dem Auseinanderbrechen der "Columbia" beim Landeanflug am Samstag wird in den USA darüber spekuliert, ob an der Sicherheit der Fähren gespart wurde.

Die Experten hatten laut "New York Times" erklärt, dass die Arbeit an der Sicherheit der Raumfähren nachgelassen habe. Die knappe Budgetierung zwinge zu kurzfristigen Planungen und trage zu einer Verzögerung eigentlich vorgesehener Verbesserungen bei. "Ich bin niemals zuvor so besorgt über die Sicherheit der Raumfähren gewesen wie gerade jetzt", zitiert die "New York Times" Richard D. Blomberg, den Vorsitzenden des Beratergremiums zur Raumfahrtsicherheit, mit einer Aussage vor dem Kongress im April des vergangenen Jahres.

"Saat für Gefahren"

Er habe das Gefühl, dass der derzeitige Ansatz die "Saat für künftige Gefahren" birgt, zitiert die Zeitung Blomberg weiter. Dabei sorge er sich nicht um die derzeitigen oder die nächsten Flüge. "Ein Grund für meine Sorge ist, dass niemand mit Sicherheit sagen kann, wann der Sicherheitsspielraum zu sehr aufgezehrt ist."

Fünf von neun Mitgliedern des NASA Sicherheitsausschusses sowie zwei Berater seien im vergangenen Jahr von ihren Aufgaben entbunden worden, berichtete die Zeitung weiter. Ein sechstes Mitglied des Sicherheitsausschusses, der Dreisterne-Admiral im Ruhestand Bernard M. Kauderer, sei über die Entlassungen so entsetzt gewesen, dass er den Ausschuss von sich aus verlassen habe.

Zweifel seitens der NASA

Die NASA teilte laut "New York Times" mit, sie habe mit den Änderungen junge und besser ausgebildete Experten in den Expertenrat bringen wollen. Es habe nichts damit zu tun gehabt, die Überbringer schlechter Nachrichten zu loszuwerden, zitiert die Zeitung eine NASA-Sprecherin in Washington. NASA-Chef Sean O'Keefe erklärte, er sei überrascht über den Zeitungsbericht. Alle Ausschussmitglieder hätten ihre Amtszeiten regulär beendet. Mitglieder des Kongresses, die im vergangenen Jahr den Bericht des Ausschusses gehört hatten, sagten der Zeitung, sie wollten untersuchen, ob Etatkürzungen die Sicherheit gefährdet haben. Einige bezweifelten dies aber. (APA/Reuters)

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    Muss sich unangenehmen Fragen stellen: NASA Raketen-Programm Manager Ron Dittemore.

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