Umfrage: Wahlergebnis stark von Bundespolitik beeinflusst

3. Februar 2003, 07:41
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Landestypische Probleme standen im Hintergrund

Berlin - Die Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen sind stark von der Bundespolitik beeinflusst worden. In einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen gab die Mehrheit der Niedersachsen sogar an, die deutschlandweiten Probleme hätten ihre Wahlentscheidung stärker beeinflusst als die landestypischen, wie das ZDF am Sonntag berichtete.

45 Prozent der Befragten äußerten sich entsprechend, 44 Prozent erklärten die Landespolitik für wichtiger. In Hessen erachtete die Mehrheit zwar die Lösung der landeseigenen Probleme als wichtiger - der Anteil derer, die die Bundespolitik als bedeutsamer ansahen, war aber auch hier auffallend hoch.

Irak-Thema zog nicht

Das Thema Irak, auf das die Sozialdemokraten in der Schlussphase der Wahlkämpfe in beiden Ländern gesetzt hatten, zog dagegen nicht. Nach einer Infratest-dimap-Umfrage für die ARD spielte es nur für ein Prozent der Wähler in beiden Ländern eine Rolle. Als wichtigstes Thema wurde dagegen von 52 Prozent die hohe Arbeitslosigkeit genannt.

So sagten in Niedersachsen nach einer ZDF-Umfrage sogar 64 Prozent, also fast zwei Drittel, die Arbeitslosigkeit sei das brennendste Problem; bei den Hessen waren es 58 Prozent. Das landespolitische Thema Bildungspolitik, das im Wahlkampf beider Länder eine Rolle spielte, nahmen dagegen nur 27 Prozent der Niedersachsen und 25 Prozent der Hessen wichtig. (APA/dpa)

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    Bundeskanzler Gerhard Schröder hat nichts zu lachen: die Wahlergebnisse in Hessen und Niedersachsen bescheren ihm nicht nur eine bürgerliche Mehrheit im Bundesrat, erste Umfragen zeigen auch, dass die Niederlagen der SPD sehr stark durch die Bundespolitik beeinflusst waren.

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