Strickmuster der Vorsorge

2. Februar 2003, 20:20
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Die "Städtische", einer von acht Anbietern der neuen Zukunftsvorsorge, hat schon über 1000 neue "Prämien-Pensionen" verkauft - Generaldirektor Günther Geyer erklärt, wie er sein Produkt konstruiert

Wien - Im schlimmsten Fall bleiben dem Rentner nach mindestens zehn Einzahlungsjahren in ein Produkt der "Zukunftsvorsorge neu" das eingezahlte Kapital plus staatliche Prämie (8,5 bis 13,5 auf maximal 1851 Euro pro Jahr), minus Geldentwertung, minus Spesen.

Die Grafik der Wiener Städtischen Versicherung, ein Produktpionier für die nun mögliche private Pensionsvorsorge, die staatliche Prämie, Kapitalgarantie und mindestens 40 Prozent Veranlagung in Aktien der Wiener Börse beinhaltet, errechnet pro 10.000 Euro Kapital rund 52 Euro Monatsrente für einen "durchschnittlichen" 62-jährigen Mann und 45 Euro Monatsrente für eine "durchschnittliche" gleichaltrige Frau. Dies bei einer angenommenen Performance der Wiener Börse von fünf bis sieben Prozent pro Jahr. Das könnten sich Prämien-Pensions-Inhaber erwarten, so Städtische-Generaldirektor Günther Geyer. Einzahlen können Kunden monatlich, per Quartal oder als Einmalerlag. 40 Prozent davon fließen in Fondsanteile des hauseigenen extra konstruierten Wien-Fonds der Ringturm KAG. Böhler, Erste Bank, Flughafen, Voestalpine, Mayr-Melnhof, OMV, Wienerberger, Semperit, Palfinger, Agrana, Investkredit, Constantia und UBM sind laut Geyer in diesem Fonds enthalten. Die restlichen 60 Prozent des Kapitals werden in klassische Euroanleihen und Immobilien investiert.

Kosten und Spesen

Die Kapitalgarantie weist die Städtische via Versicherung bei einer großen internationalen Bank aus, was rund ein Prozent der Berechnungsbasis kosten dürfte. Allerdings: Kosten und Spesen hält die Städtische eher bedeckt.

Denn auf die Frage nach den laufenden Gebühren, die ja vom Einlagebetrag abgezogen werden müssen, heißt es, sie lägen "im unteren Bereich vergleichbarer Aktienfonds", also bei ein bis eineinhalb Prozent. Ausgabeaufschlag für den Aktienanteil gebe es nicht. Nebenstehende Grafik zeigt, wie sich Kosten bei langer Veranlagung auf die Erträge auswirken können. (kbau, Der Standard, Printausgabe, 03.02.2003)

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